Mit Monster Hunter Tri erscheint der neueste Ableger von Capcoms Monsterjagd erstmals auf einer Nintendo Konsole. Und der Titel hat es mächtig in sich! Nicht nur, dass Capcom ganze drei verschiedene Versionen anbietet, nein, auch inhaltlich spielt Monster Hunter Tri ganz oben mit. Wir verraten euch, wieso man sich dieses Spiel als Wii-Besitzer nicht entgehen lassen sollte.

In Japan ist
Monster Hunter 3 schon längst ein voller Erfolg. Das Spiel ist eingeschlagen wie eine Bombe und wurde binnen Tagen zu einem der größten Verkaufserfolge im Land der aufgehenden Sonne. Doch was ist die Faszination an Capcoms neuem Spiel? Jeder, der die
Vorgänger auf Sonys PSP oder PS2 gespielt hat, wird diese Frage beantworten können: Es ist die pure Entdeckerlust und der Drang, immer besser und stärker zu werden, um auch das größte Monster umzuhauen. Und wenn man dann auch noch in einer Gemeinschaft unterwegs ist und die Vieher online jagd, will man gar nicht mehr aufhören.
Seit dem 23. April 2010 ist Monster Hunter Tri auch in westlichen Gefilden erhältlich. Dabei ist das Spiel sogar in drei verschiedenen Versionen erhältlich. Neben dem
normalen Spiel gibt es nämlich
das Bundle mit einem Classic Controller Pro oder die heiß begehrte
Limited Edition. Die Limited Edition hat die Form einer Truhe und kommt mit vielen nützlichen Extras und Goodies daher. So beinhaltet sie selbstverständlich das Spiel, einen schwarzen Classic Controller Pro und WiiSpeak, damit man online miteinander kommunizieren kann. Aber das ist noch nicht alles, denn es schlummert auch eine Sammelfigur in der Truhe. Der Kopf eines Lagiacrus ist als Bonus enthalten.


Die limitierte Edition ist natürlich die beste, da man hier den meisten Inhalt bekommt. Vor allem für Spieler, die keinen Classic Controller oder WiiSpeak besitzen, stellt die Truhe eine sinnvolle Anschaffung dar. Leider ist die Verarbeitung dieser eher schlecht als recht. Zwar sieht es so aus, als wenn die Truhe aus festem Material gemacht wurde, doch dies täuscht leider. Dünne Pappe musste für die Verpackung dienen und beim Auspacken ist äußerste Vorsicht geboten, da man beim Öffnen die Klebestreifen mitsamt der Pappe abreissen kann, wenn man in Eile ist und das Spiel endlich in seine Wii schieben will.
Obwohl
Monster Hunter wegen dem grandiosen Online Modus seine Berühmtheit erreicht, hat sich Capcom im neusten Ableger nicht lumpen lassen und spendiert dem Spiel einen waschechten Single Player mit einer eher zweckmäßigen Geschichte. So wird ein kleines Dorf von einem großen Monster bedroht und eure Aufgabe als Jäger ist es, dieses Monster in die Schranken zu weisen, damit wieder Ruhe in das Dorf einkehren kann. Vor Spielbeginn muss man sich für eine Steuerungsmethode entscheiden. Dabei kann man das Spiel mit dem beiliegenden Classic Controller Pro spielen, oder auf die Wiimote + Nunchuck Kombination zurück greifen. Zweite Steuerungsvariante bietet die Möglichkeit des Angriffs durch einen Schwung der Wiimote.
Als nächstes erstellt man sich sein Alter Ego und entscheidet, ob man als Männlein oder Weiblein das Licht der Monster Hunter Welt erblickt. Schnell vergibt man sich einen Namen und landet im besagten Fischer Dorf. Dort klärt euch das Dorfoberhaupt über die aktuellen Ereignisse auf. So ist das Unterwasser Monster Lagiacrus für die ganzen Beben und die entstandenen Unruhen im Dorf verantwortlich und es liegt an euch, das Seeungeheuer zu beseitigen. Doch mit eurer Startausrüstung kommt ihr nicht weit. Ehe ihr euch Lagiacrus mutig in den Weg stellen könnt, gehen viele virtuelle Stunden ins Land. Ihr braucht nämlich richtige Ausrüstung und Waffen, um überhaupt eine Chance gegen das Monster zu haben.

Die Dorfbewohner stellen euch ein eigenes Quartier zur Verfügung, wo ihr speichern, schlafen und eure Items und Ausrüstung aufbewahren könnt. Wenn ihr bereit seid, beginnt ihr erstmal einfache Aufgaben für die Dorfbewohner zu erledigen. Pilze müssen gesammelt, Rohstoffe gefunden und kleinere Monster erlegt werden. Dabei führt euch das Spiel in die Spielmechanik ein und eure ersten Aufgaben stellen quasi das Tutorial dar. Unterwegs findet ihr alle Arten von Rohstoffen wie Knochen, Fleisch, Steine, u. a. Diese könnt ihr behalten oder aber im Dorf verkaufen. Mit dem erhaltenen Geld könnt ihr neue Waffen und Rüstungen kaufen, bzw. selbst schmieden oder euer bestehendes Inventar aufwerten.

Spätestens hier wird euch zum ersten Mal klar, wie viel Tiefe in
Monster Hunter Tri steckt. Das geht schon bei der Wahl der Waffe los. Entscheidet ihr euch für einen Zweihänder, werdet ihr feststellen, dass das riesige Schwert hohe Angriffswerte besitzt, ihr im Kampf aber sehr träge reagiert. Wer flinker sein möchte, kann auf die Kombination von Schwert und Schild zurück greifen. Anders als der Zweihänder hat das normale Schwert weniger Angriffspunkte, verleiht euch aber deutlich mehr Schnelligkeit und Wendigkeit. Jede Waffe hat somit Vor- und Nachteile. Neben Schwertern stehen euch Hammer, Lanzen, Äxte und Gewehre zur Auswahl, die ihr nach Belieben verbessern könnt, das nötige Material vorausgesetzt. Dieses findet ihr überall in den verschiedenen Ebenen von
Monster Hunter Tri. Entweder ihr untersucht eure Umgebung nach Erz, Knochen, u. a., oder ihr nehmt erlegte Monster aus und werdet mit rohem Fleisch und anderen Materialien belohnt.
Anfangs könnt ihr nur im Moga Wald euer Unwesen treiben. Habt ihr jedoch eure Aufgaben zum Wohlwollen der Dorfbewohner erledigt, öffnet sich die Gilde. Fortan könnt ihr verschiedene Quest annehmen. Die Aufgaben unterteilen sich dabei in verschiedene Schwierigkeitsgrade. Ihr fangt mit Level 1 Quests an und könnt euch im Einspieler Modus bis zu Level 5 Quests arbeiten. Dabei müsst ihr jede Quest in einem bestimmten Zeitrahmen erledigen. Auch existieren oftmals Nebenziele, die euch mehr Geld einbringen. Und Geld braucht ihr an jeder Ecke, um euch die besten Rüstungen und Waffen leisten zu können. Schon bald öffnet sich die Karte und ihr bekommt Zugang zur Küste. Dort könnt ihr beispielsweise angeln oder unter Wasser auf Jagd gehen. Sobald ihr alle Level 1 Quests erledigt und die erste Level 2 Quest annehmt, erlangt ihr Zugang zu neuen Gebieten, wie z. B. einer Wüste oder einem einladenden Sandstrand.
Jede dieser Landschaften ist dabei in viele kleine Untergebiete unterteilt. Diese sind durch kleinere Ladezeiten miteinander verbunden. Eine komplette, frei begehbare Welt sucht man in
Monster Hunter Tri vergeblich. Diese Unterteilung ist zwar schade, stört den Spielfluss aber nicht. Dafür halten sich die Ladezeiten in Grenzen. Einen großen Vorteil haben die vielen kleineren Gebiete sogar. So weiß man immer, wo man sich gerade aufhält und welcher Weg der kürzeste zum Ziel ist. Dies ist vor allem hilfreich, wenn ihr bemerkt, dass eure Itembox bereits voll ist oder euch im Gegenzug nötige Items zur Heilung oder Aufrechterhaltung eurer Stamina-Leiste fehlen. So könnt ihr immer sehen, auf welchem Weg ihr am schnellsten ins Dorf gelangt, um euren Vorrat wieder aufzufüllen. Natürlich könnt ihr aber auch euer Menü aufrufen und euch sofort in euer Dorf teleportieren. Diese Möglichkeit ist aber nicht sofort verfügbar.

Mit jeder gemeisterten Aufgabe, bzw. Quest ändert sich die Spielwelt. Monster halten sich plötzlich in Gebieten auf, wo ihr sie vorher nicht vermutet hättet oder neue, meist stärkere Monster trachten euch plötzlich nach eurem Leben. Um weiterhin erfolgreich als Jäger tätig zu sein, müsst ihr euch die Welt um euch herum einprägen. Ihr müsst lernen, welche Schwachstelle die Monster haben, wo sie sich am häufigsten aufhalten und welche der Viecher zu den Pflanzen-, bzw. Fleischfresser gehören. Mit fortschreitendem Spielverlauf müsst ihr immer öfter gegen große Monster kämpfen. Wenn ihr dann nicht die richtige Taktik parat habt, werdet ihr schnell zwischen die riesigen Zähnen des Ungetüms enden. Reicht es anfangs noch, mit bloßer Gewalt auf ein Monster einzudreschen, müsst ihr euch später richtige Strategien überlegen, um als Sieger hervor zu gehen. So müsst ihr Fallen aufstellen, das Monster mit hilfreichen Items schwächen und mit der richtigen Taktik angreifen.
Bevor wir uns dem umfangreichen Online Modus widmen, möchte ich etwas zur Präsentation sagen. Monster Hunter Tri gehört definitiv zu den schönsten Wii Spielen, die es derzeit im Handel gibt. Vor allem das Design und die Animationen sind fabelhaft gelunden und tragen zu der grandiosen Atmosphäre bei, die euch direkt in die gefährliche Welt eintauchen lässt. Zwar nicht auf HD-Niveau, lädt das Spiel mit wunderschönen und abwechlsungsreichen Szenarien zur Jagd. Oftmals möchte man einfach nur stehenbleiben und die schöne Landschaft genießen. Das gleiche kann man über den Sound sagen. Die Melodien untersteichen das Geschehen und die Laute der Monster wirken lebensecht und gefährlich. Leider hat Capcom komplett auf Sprachausgabe verzichtet.
Herzstück von
Monster Hunter Tri ist sicherlich der Onlinemodus, der dabei dem Singleplayer gar nicht so unähnlich ist. Auch hier müssen für die Gilde Missionen erledigt werden um dafür Geld und auch wichtige Rohstoffe zu kassieren. Tatsächlich handelt es sich sogar um die selben Quests aus dem Singleplayer, allerdings sind auch ein paar zusätzliche Missionen hinzugekommen. Allerdings kann hier das Spiel seine Stärken ausspielen, denn mit bis zu drei Gefährten macht die Jagd deutlich mehr Spaß und macht diese auch umso spannender.

Dabei belässt man es nicht mit einer simplen Lobby über die man sich in ein Spiel einloggt, sondern man betritt eine Stadt über ein Stadttor, das über ein Menü zugänglich ist. In der Stadt angekommen gilt es sich nun im Wirtshaus erst einmal ein eigenes Zimmer zu mieten. Dies gleicht anfangs mehr einer Scheune als einem heimeligen Zuhause, allerdings können im Laufe des Spiels zahlreiche Dinge verbessert werden. So erhaltet ihr mit jeder erfolgreichen Mission so genannte Jägerpunkte, mit denen ihr auch Ränge nach oben klettert. Seid ihr nun bekannt genug erhaltet ihr eine dringende Quest, die erledigt werden muss um aufzusteigen und Missionen mit der nächst höheren Sternewertung freizuschalten.
Dabei ist auch völlig egal, ob man die Quests mehrmals spielt. Man bekommt auch hier Belohnungen in Form von Rohstoffen und Geld, die man wahlweise online oder auch offline sinnvoll anlegen kann. In der Stadt finden sich auch die üblichen Händler aus dem Dorf um den Spieler mit den nötigen Waren zu versorgen. So finden sich in der Werkstatt Helden ein um Waffen und Rüstungen zu kaufen oder sie dort herstellen zu lassen. In der Taverne lassen sich neben einem kräftigen Mahl auch die Quests am Gildeschalter auswählen. Damit den wartenden Helden in der Taverne nicht allzu langweilig wird, findet sich dort auch ein Baumstumpf vor, bei dem man sich im Armdrücken messen kann. Hier ist Buttonsmashing auf den A-Knopf angesagt, was aber einen reinen Unterhaltungswert besitzt.

Die Quests selbst sind allerdings deutlich anspruchsvoller als im Singleplayermodus. Grundsätzlich sind Kampf und Jagdmissionen auch zu zweit schaffbar, jedoch ist es anzuraten sich zu viert in den Kampf zu stürzen, da die gegnerischen Monster erheblich mehr Lebenspunkte haben, als wie man es offline her kennt. So ist es durchaus möglich, dass Kämpfe gegen ausgewachsene Echsen schon fast das gesamte Zeitlimit dauern können und so an Intensität gewinnen. Hier sind meist gute Absprachen möglich, was sich bei unserem Test aber nicht als allzu leicht erwiesen hat. Die WiiSpeak Unterstützung war zu unserem Testzeitpunkt äußerst mangelhaft, durch die häufigen Aussetzer durch die der Partner nicht oder nur kaum verstanden werden konnte. Scheinbar vereinnahmt das Spiel eine hohe Bandbreite, so dass die Sprachunterstützung darunter leidet. Außerdem klagten anfangs einige unserer User über Aussetzer der Serververbindung, die sich im Laufe unseres Testzeitraums aber stark verbessert hat.
Abschließend kann man sagen, dass der Onlinemodus erneut äußerst gelungen ist. So dürfen bis zu vier Spieler auf eine spannende und äußerst intensive Spielerfahrung gehen, die unter kleinen Kinderkrankheiten leidet, die aber durchaus noch ausgemerzt werden könnten. Wer
Monster Hunter Tri nur offline spielt, ist selbst schuld!
Positiv
Negativ