Genre: Geschicklichkeit
Spieleranzahl: 1 - 4
Regionalcode: PAL
Auflösung / Hertz: -
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit: 30. April 2009
Vermarkter: Konami

Wertung

8.1

Userwertung

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Vor etwas über zwei Jahren brachte uns Hudson Soft mit Kororinpa ein Geschicklichkeitsspiel auf den Nintendo Wii, dass zwar kurzweiligen Spaß, unseren Redakteur aber dennoch nicht voll überzeugen konnte. Seit Ende April steht nun mit Marble! Balance Challenge (welches anderorts unter dem Namen „Marble Saga: Kororinpa" erscheint) am Start. Ob der überarbeitete Titel diesmal besser abschneidet, erfahrt Ihr nun im folgenden Review.
Wie der Name des Titels schon sagt, kommt in der aktuellen Version auch Nintendos Balance Board mit ins Spiel, wozu ich mich aber erst später äußern möchte. Fangen wir also am Anfang an und erklären Neueinsteigern erst einmal, worum es im Spiel geht. Im Grunde ist Eure Aufgabe recht einfach: Bringt Eure Kugel ins Ziel! Ok, etwas komplizierter ist die Sache dann schon, denn Ihr bewegt in Marble! Balance Challenge nicht wie so oft die Kugel, sondern neigt und schwenkt den Untergrund mit Hilfe der Wiimote, ähnlich wie bei Super Monkey Ball: Banana Blitz. Wer an seine Kindheit zurückdenkt, wird sicherlich noch die kleinen Kugelspielchen, welche teilweise sogar in Nutella Deckeln integriert waren, kennen, in denen Ihr die Kugel durch ein Labyrinth und an Fallen vorbei ins Ziel bringen müsst.


Marbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-1.jpg Marbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-2.jpg


Zu Beginn des Spiels lernt Ihr die kleine Ameise Anthony kennen, welche Euch um Eure Hilfe bittet. Man möchte die „goldene Sonnenblume“ für das Ameisenvolk erlangen, um den alten Stumpftempel wieder öffnen zu können, was für die kleinen Racker aber dann doch zu schwer ist. Ab hier dürft Ihr nun an den Start. Neulinge sollten hierbei einmal die anwählbaren zehn Tutorial Level spielen, in denen man so ziemlich alle Grundschritte des Spiel gut erklärt bekommt.

Der Rest darf sich direkt in das Geschehen bzw. auf die neu integrierte Weltkugel begeben, auf denen Ihr nun verschiedene Gebiete seht. Hier steht Euch am Anfang natürlich nur Gebiet 1 zur Verfügung, wobei jedes Gebiet aus 10 + 1 Sonderlevel besteht. Letzteren „Challenge Level“ bekommt Ihr durch gute Leistungen in den ersten 10 Level frei geschaltet. Gegen Ende findet das Ganze dann sogar im Weltraum statt.

Marbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-3.jpgDurch die eingebundene Story müsst Ihr nun neben „Kororin-Kapseln“, welche entweder Stumpftempelteile oder Müll enthalten, immer die Diamanten einsammeln. Erst wenn Ihr alle Diamanten habt, öffnet sich der Ausgang. Zusätzlich sind auf dem "normalen Schwierigkeitsgrad" in jedem Level dann noch grüne Kristalle versteckt, durch die Ihr weitere Boni (Codes) freischaltet. Wozu Müll? Ganz einfach: Marble! Balance Challenge verfügt nun nämlich über einen Leveleditor – hierzu aber auch gleich noch mehr.

Marbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-4.jpgVor jedem Spiel könnt Ihr Euch für eine bestimmte Kugel entscheiden von denen es im Gesamten eine ganze Menge gibt, am Anfang aber natürlich nur einige wenige anwählbar sind. In den Optionen könnt Ihr dann für jede Wiimote hinterlegen, ob sie längs oder quer gehalten wird. Variante zwei kam beim Test bei fast allen Personen besser an. Eure Spielstände werden im gleichen Bereich zusätzlich zum Namen mit lustigen Symbolen verziert, so dass hier auch jüngere Spieler gleich Ihren Spielstand erkennen können.

Von Level zu Level steigert sich nun der Schwierigkeitsgrad, wobei es über Level 20 im Segment „Fortgeschritten“ schon merklich länger dauert ein Ziel zu erreichen. Glücklicherweise gibt es in den höheren Level dann immer „Zwischensafes“ so dass Ihr bei einem Absturz nicht immer wieder ganz von vorne anfangen müsst. Habt Ihr den Wald und das Kinderzimmerland passiert, schalten sich die nächsten Gebiete frei, wobei es hier mit der „BonBon Insel, der Geisterwelt und der Stadt" noch einmal so richtig kniffelige Extralevel gibt. Hudson hat hier gut daran getan das Ganze noch einmal in 100 „leichte“ und 100 Level für „geübtere“ Spieler zu unterteilen. Schafft Ihr es bis zum Abschluss auf der Weltraumstation und habt alle Stumpftempelteile ergattert, öffnet sich der Tempel und ihr steht vor den letzten 10 Leveln die Euch zu Sonnenblume führen. Wer meint, dass damit dann Ende ist liegt falsch. Denn hiernach braucht Antony noch einmal Eure Hilfe um 100 vermisste Ameisenfreunde wieder zu finden = Nochmal 100 Level!!

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Das Spielprinzip machte uns beim Test (und diesmal haben hier wirklich viele dran teilgenommen) schon fast süchtig. Jede neue Herausforderung wollte gemeistert werden. Der Schwierigkeit zu Beginn lag im Grunde daran, dass man die Wiimote hier im Laufe der Geschichte auch über 90° zu den Seiten oder nach vorne bewegen muss, um die Kugel so eventuell einmal auf die andere Seite einer Aufzugsplattform zu bekommen. Wie schon im Vorgänger warten hierbei natürlich etliche Hindernisse auf Euch: Angefangen bei kleinen Gebläsen, Scheren und beweglichen Bühnen (die Ihr teils selber an die richtige Position bringen müsst) kommen auch noch Kanonen hinzu, bei denen Ihr den Austrittswinkel nach dem Reinfallen schnell selber bestimmten müsst.

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Neben der Wiimote könnt Ihr Marble! Balance Challenge nunmehr auch mit Nintendos Balance Board angehen. Hierfür hat man dem Spiel satte 100 Extralevel spendiert, denn die „normalen“ Stages mit seinen Herausforderungen wären mit dem Balance Board dann nicht mehr zu meistern, ausser Ihr würdet Kopf stehen. Dies ist dann eine ganz neue Erfahrung, welche zu Anfang nicht ganz einfach ist, im Verlauf der Level aber ziemlichen Spaß macht. Das Prinzip ist das gleiche, nur wurden hier Neigungssperren eingebaut, um den Spielfluss zu garantieren. Wer schon Balance Board Erfahrungen hat, dürfte hier sicherlich schneller den Einsteig finden, dem Rest kann man diese Extraprise Marble nur empfehlen.

Neben den Single-Play-Modi könnt Ihr das Spiel nunmehr auch mit bis zu vier Personen im Multiplayer-Modus angehen. Hierzu müsst Ihr auf Anthony´s Spielwiese auf den Punkt “Freies Spiel“ wechseln. Bei einem zwei Spieler Duell könnt Ihr vorher in den Optionen einstellen, ob der Splittscreen horizontal oder vertikal dargestellt werden soll. Ab dem dritten Teilnehmer bekommt jeder ein kleines Feld, so dass hier niemand einen Vorteil erlangt.

Marbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-7.jpgMarbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-8.jpg

Als letzten großen Punkt kommen wir dann zur „Müllfabrik“. Durch das Einsammeln der „Kororin-Kapseln“ landet dort immer neuer Müll. Die Müllfabrik ist also im Grunde ein großer „Level-Editor“, in dem Ihr Euch so richtig austoben könnt. Leider stehen dort zu Beginn nur wenige Bauteile zur Verfügung und hier kommt nun der Müll ins Spiel. Diesen könnt Ihr durch „Fusionen“ in neue Bauteile verwandeln, so dass Eure Werke im Verlauf des Spiels immer komplexer und besser werden können. Neben dem Spielen auf dem eigenen Bildschirm (ist doch toll, wenn mann seine Geschwister oder Eltern mal herausfordern kann), könnt Ihr die selbstkreierten Level dann via „WiFi-“Verbindung bzw. Mail auch an Eure Freunde senden, sofern sie das Spiel auch besitzen.

Erneut gibt es hier aber die nicht ganz verständliche Eingrenzung anderer Nintendo Wii Spiele, dass diese maximal an vier Personen versendet werden können. Über die Internetverbindung könnt Ihr dann in verschiedenen Leveln auch sehen, wie Ihr lokal, in Europa und auf der Weltrangliste abschneidet. Abgerundet wird das Spiel am Ende dann durch einen „Musikraum“, der im Grunde aber nur für die ganz jungen Spieler angedacht ist. Hier könnt Ihr Euch die freigeschalteten Musikstücke von den Ameisen als kleines Konzert vorspielen lassen.

Grafisch kommt der Titel im aktuellen Gewand sehr detailliert und sauber daher. Obgleich die Hintergründe etwas unscharf bzw. matschig wirken (sie liegen ja auch in weiter Ferne), findet man auf den Spielbrettern sehr viel Liebe zum Detail und und High-Res Texturen, welche teils nicht einmal mehr Kanten/Treppchen erkennen lassen. Selbst im Zweispieler-Splittscreen sieht das Ganze noch richtig gut aus. Aber dem dritten Spieler zeigt sich dann aber doch die geringere Leistung des Nintendo Wii, was den Spielspass aber kaum trübt.

Marbles-Balance-Challenge-Kororinpa-2-9.jpgBei der Steuerung hat man sich dann die Rückmeldungen des Vorgängers zu Herzen genommen und diese nun feinfühliger und noch direkter gemacht. Vor allem die nun integrierte Möglichkeit die Wiimote auch quer einzusetzen, punktet hier sehr gut. Wie eingangs beschrieben, kostet es aber zu Anfang erst einmal Überwindung die Wiimote dann auch über einen Winkel von 90° zu drehen und wenden. Ein Manko ist die nicht verstellbare Kamera, welche Euch zwingt, sich den vor dem Start angezeigten Level so gut es geht zu merken und hierbei vor allem auf die grünen Bonus-Kristalle zu achten.

Im Rollen sind die Wege dorthin (wobei Ihr hier manchmal einen Blindflug nach rechts, links oder unten machen müsst) teils so verdeckt, dass man sie nicht sofort erkennt. Dieser Punkt hat mich anfangs am meisten gestört, im Verlauf des Spiels offenbart sich dann aber auch, dass es mit dieser Funktion in vielen Stages zu einfach gewesen wäre. Gerade auf dem Balance Board würde man sich das Ganze ja dann immer so zurecht rücken, um nur noch nach vorne zu rollen, was nicht Sinn des Ganzen ist. Im eingebauten Level-Editor könnt Ihr durch den Nunchuk dann aber eine Kamera drehen, um hier die Gegenstände besser zu positionieren und Tests zu fahren. Wer schlau ist, kann sogar Abkürzungen nehmen, denn gewisse Hindernisse lassen sich sogar „überspringen“ ,,,)

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Soundtechnich ist Marble! Balance Challenge dann etwas durchwachsen. Die eingebauten Melodien zielen hierbei wohl eher auf eine jüngere Zielgruppe ab. Fetzige, und unterstützende Klänge wie z.B. beim Xbox Live Arcade Titel Marble Blast Ultra sind hier leider nicht zu finden. Eher hat man versucht durch sanfte Klänge Eure Konzentration zu fördern. Zusätzlich können die anderen Geräusche wie das Rollen der Kugeln auf den verschiedenen Untergründen sowie der Gegenstände & Fallen in den Leveln überzeugen. Der eingebaute Musikraum braucht von Erwachsenen dann aber auch nicht mehr als einmal besucht werden. Jüngere Spieler werden an diesem aber sicher Ihren Spaß haben.

Stefan meint:

Stefan

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Marble! Balance Challenge ist ein in allen Punkten verbesserter Nachfolger mit Suchtfaktor. Egal ob im Single-Player per Wiimote oder Balance Board, im Multiplayer mit bis zu vier Spielern oder später im Level Designer mit Weiterschick-Funktion. Für gerade einmal 30 Euro bekommt man hier stundenlangen Spaß, der sicherlich auch nach Wochen immer wieder im Laufwerk landen wird. 300 Level per Wiimote + 100 Level nur für das Balance Board wollen erst einmal gemeistert werden. Bei meinem Test habe ich dann zuerst am Samstag Abend Freunde eingeladen, wobei diese dem Spiel schnell verfallen sind. Durch das Timing habe ich den Titel dann auch noch zusätzlich mit auf unser hauseigenes „fünf Tage Play-Event“ mitgenommen, wobei die Besucher hier teils mehrere Stunden am Stück an dem Spiel kleben blieben (inkl. dem Vorort präsenten Nintendo Promoter) und am nächsten morgen dann gleich weiter machen wollten. Mehr Feedback von unterschiedlichsten Spielern kann man nicht bekommen und so gibt es auch von mir beide Daumen hoch für diesen Titel! 

Positiv

  • Tolles Preis- Leistungsverhältnis
  • Single, Multi, Editor & Upload
  • Macht süchtig

Negativ

  • Kamera nicht drehbar...
  • .. wobei sich das später erklärt
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