Genre: Musikspiel
Spieleranzahl: 1
Regionalcode: -
Auflösung / Hertz: -
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit: 07. July 2012
Vermarkter: Nintendo

Wertung

6.5

Userwertung

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Mit Elektroplankton überraschte Nintendo auf der E3 2005 Fans wie Fachleute gleichermaßen durch die experimentelle Mischung aus Musik und Spiel. Dabei tut man sich schwer den unter Mitwirkung von Tashoi Iwai entwickelten Titel wirklich auch als "Spiel" zu bezeichnen, denn hier gibt es weder genaue Aufträge noch irgendwelche High Scores zu erreichen. Vielmehr setzt der einzigartige Titel stark auf eure Kreativität und rückt dabei die Musik ins Rampenlicht...
Doch zu behaupten, Elektroplankton sei eines dieser in in letzter Zeit in Mode gekommenen "Halte-den-Rhytmus" Spiele wäre ebenso falsch. Vielmehr habt ihr eine Reihe von Aquarien, insgesamt zehn an der Zahl, in denen sich das namensgebende Plankton tummelt. Durch Interaktion mit dem Plankton könnt ihr nun unterschiedliche Lichteffekte und Sounds erzeugen und so dann im Endeffekt euren persönlichen Song erzeugen.


Elektroplankton-1.jpg
Der Style ist anfangs erstmal gewöhnungsbedürftig...


Hört sich sehr seltsam an? Das ist es auch. Die verschiedenen Planktonheime verfügen nämlich über jeweils eigene Möglichkeiten, etwa der erste Bereich "Tracy". Hier lassen sich Bahnen für euer Plankton zeichnen, welches selbiges dann abläuft und dabei entsprechend der Länge der Wegstrecke und seines Typs (z. B. Klavier) Töne von sich gibt. Mit dem Steuerkreuz lässt sich zudem die Geschwindigkeit beeinflussen und wer kleinere Pausen einbauen will, dem sei gesagt das auch dies möglich ist. Anfänglich sehr spaßig, verliert sich das Interesse hier aber recht bald schon, da vernünftige Kompositionen leider nur schwerlich zu realisieren sind. Meist wird es eher ein wildes durcheinander, was allerdings auch an meinen eingeschränkten musikalischen Fähigkeiten liegen könnte ^_^

Planschbecken Nummer Zwei bietet noch am ehesten etwas wie ein herkömmliches Spiel. Plankton, das irgendwie frappierend an Kaulquappen erinnert, muß mittels Sprung auf die Blätter einer Blume befördert werden, um so Klänge zu erzeugen. Ihr verändert mittels Stylus die Lage/Neigung der Blätter und merkt akustisch selbst kleinste Veränderungen sofort. Schafft ihr es alle Blätter in der gleichen Weise erklingen zu lassen, färben diese sich Rot und eine Blüte ziert von nun an die Blume.

Im Luminaria Becken warten vier sternförmige Planktons auf eure kreativen Geistesblitze. Die eigentlich mikroskopisch kleinen Lebensformen bewegen sich auf festen Gittern, deren Kreuzungen ihr mittels Stylus nach Belieben drehen könnt. Damit beeinflusst ihr die Klänge, welche von der Berührung des Planktons mit besagten Kreuzungen entstehen. Hier sind eher gemächlichere, etwas melancholische Töne zu vernehmen. Wäre mein Kandidat für den Soundteil einer Rosamunde Pilcher Versoftung, nach der unglücklichen Trennung des Herz-Schmerz Paares ,,,-)

Das nächste Becken hört auf den Namen "Sun Animalcule" und zieht seine geistigen Wurzeln wohl aus dem Tag/Nacht Rhytmus. Tagsüber tupft ihr kleine Punkte auf den Screen, welche stetig wachsen und dann irgendwann zerplatzen und dabei abhängig von ihrer Lage auf dem Screen Töne abgeben. Wechselt das Modul dann irgendwann auf Nachts um, ändert sich nichts grundlegend an der Tupferei, dafür klingen die Töne aber ganz anders. Hier lassen sich durchaus einige schöne Melodien hinbekommen...


Elektroplankton-2.jpg
Geht am ehesten noch als "Spiel" durch - Hanenbow


Seid ihr noch da? Gut, die Tour durch die Becken ist nämlich noch nicht abgeschlossen. Da wäre beispielsweise noch "Rec-Rec". Auf vier Tonspuren, durch Fische dargestellt, lassen sich Umgebungstöne mittels Mikro aufzeichnen und dann in einer Schleife dauerhaft abspielen, wobei ihr auch noch Dinge wie die Geschwindigkeit beeinflussen oder zusätzliche Beats zuschalten könnt. Allerdings leidet diese Möglichkeit wie jedes andere Becken unter der fehlenden Speicherfunktion, so daß eure Aufnahmen oder Eigenkreationen nach dem Verlassen des Bereichs augenblicklich gelöscht werden.

Aktionsfeld Nr. 6 hört auf den Namen "Nanocarp" und wirkt auf den ersten Blick recht gut bevölkert. 16 klangfrohe Elektroplanktons treiben sich hier herum und geben bei Berührung untereinander Töne ab. Um nun nicht alles dem Zufall zu überlassen könnt ihr mit eurem Stylus Wellen erzeugen oder aber ein Liedchen ins Mikro summen, woraufhin das Plankton eine Formation bildet. Kann mir ehrlich gesagt nichts peinlicheres vorstellen, als im Schwimmbad, Bus oder Bahn plötzlich meinen DS anzusingen. Aber wahrscheinlich gibt es auch hierfür Spezialisten... ^_^

Im "Lumiloop" Bereich bekommt ihr es mit etwas, was irgendwie wie fünf eingefärbte Donuts aussieht, zu tun. Wer schon immer mal seine DJ Qualitäten austesten wollte, darf jetzt "scratchen" und die Donuts zum drehen bringen. Je nach Länge und Geschwindigkeit ergeben sich unterschiedliche Töne, was besonders bei mehreren angeschubsten Donuts eine interessante Klangmischung verspricht und euch zudem in einen Farbenrausch taucht. Wäre in den 70ern wohl ein echter Verkaufsschlager gewesen ...

Die gemächlichere Gangart verspricht da schon "Marine Snow". Die Planktons erzeugen hier bei Berührung Klänge und können untereinander in ihrer Position getauscht werden, was natürlich Einfluß auf die abgespielten Sounds hat. War mir ehrlich gesagt nach einer Minute schon etwas zu öde und zu begrenzt.


Elektroplankton-3.jpg
Ein Genuß für alte Spieleveteranen - Beatnes


Das vorletzte Becken hat dann ein Herz für alle Retrofans. Fünf Elektroplanktons, die etwas an angebundene Drachen (ja, die aus der Kindheit!) erinnern, verfügen über unterschiedliche Töne, welche auf antippen abgespielt wird. Dazu dudelt im Hintergrund dauerhaft eine Grundmelodie, interessant ist aber das die Töne hier allesamt aus NES-Zeiten stammen. So könnt ihr hier beispielsweise mit den Klängen aus einem Super Mario Bros. experimentieren und zu völlig verblüffenden Ergebnissen kommen. Persönlich hatte ich als bekennender Retro-Freund hier am meisten Spaß.

Der letzte Spielmodus im Bunde ist schließlich kaum der Rede wert. In "Volvoice" dürft ihr nämlich einfach etwas ins Mikro sabbeln, was dann nach allen Mitteln der Kunst in verschiedenste Richtungen verzerrt werden darf. Anfänglich ganz witzig, nutzt sich das unglaublich schnell ab und wird schon nach wenigen Minuten zum echten Langeweiler.

Wer den Melodien zudem nur lauschen will (z. B. über Stereoanlage) hängt einfach seinen DS an und lässt den Audience Mode laufen, woraufhin sich das Spiel fortan mit sich selbst beschäftigt. Eine andere logische Konsequenz für die Existenz dieses Modus will mir sonst nach zwei Stunden Elektroplankton-Schädigung einfach nicht einfallen...


Elektroplankton-4.jpg
Okay, optisch darf man hier nicht viel erwarten...


Technisch ist hier freilich eher Zweckmäßigkeit angesagt. Die Optik verfügt über ein paar nette Effekte und Spielereien, aber letztlich über nichts was einen gestandenen Videogamer vom Hocker reissen würde. Grafischen Genuß sucht man besser ganz woanders, dafür verwöhnt aber natürlich die akustische Seite mit herrlichen Klängen - zumindest sofern ihr einen Kopfhörer angeschlossen habt. Selbiger lag der japanischen Fassung übrigens als Goodie bei, für Europa hat man sich diesen Service aber natürlich mal wieder gespart...

Sebastian meint:

Sebastian

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Es fällt wirklich schwer diesen Titel objektiv zu bewerten. Denn jeder empfindet die leider nur zehn Aquarien und ihre Möglichkeiten anders. Wer viel kreative Energien übrig hat und zudem auf Nonstop-Action verzichten kann, der bekommt hier mit Sicherheit ein schönes Spiel - wenngleich auch die fehlende Speicherfunktion sehr ärgerlich ist. Wessen Spielgeschmack sich eher mit dem Herkömmlichen deckt, dürfte beim Anblick der im Wasser treibenden Planktons wohl eher Langeweile statt Inspiration empfinden. Hier muß jeder seine ganz eigenen Erfahrungen machen...

Positiv

  • Innovatives Spieldesign
  • Großartiger Sound

Negativ

  • Umfang eher gering
  • Optisch mittelmäßig
  • Kopfhörer fehlen

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Die neuesten Beiträge: insgesamt 97 Beiträge | zum Forum...

  • 14.07.2006 20:30:00 von Saldek:

    Du willst die Songs also nur auf Platte speichern.

  • 14.07.2006 18:19:29 von bootcd:

    danke für die reichhaltigen informationen. jetzt kann ich mich ja auf dem weg zum klinkenkabel machen. Zitat Original von Saldek Brauchst halt noch ein Prog zum Aufnehmen und eins zum Mischen und Bearbeiten der Audiospuren. hm.. ich glaub aber elektroplancton ist mischen,...

  • 14.07.2006 17:39:21 von Saldek:

    deshalb hab ich jetzt ein paar fragen. soundkarte? hat das jeder computer ? Fast alle, ja. Wenn dein Notebook keine 10 Jahre alt ist.. ist das da wo ich mein lautsprecherkabel reinstecke? Nein, du brauchst einen Line In bzw. Aux Anschluss. Mikrofon ist auch ungeeignet. "Line In" sieht...

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