Genre: Action-Adventure
Spieleranzahl: 1 - 4
Regionalcode: PAL
Auflösung / Hertz: -
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit:
Vermarkter: Rare

Wertung

8.8

Userwertung

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10.0 3 Stimmen
Zuckersüß mit Karies-Garantie, so präsentierte sich Eichhörnchen Conker in frühen Alpha-Studien und manifestierte so den Ruf des N64 als Kinderkonsole. Nach jahrelangen Verspätungen mutierte das ursprüngliche "Twelve Tales Conker 64" jedoch zum Bad Fur Day und bescherte der Nintendo 64-Endzeit das ultimative Antigame.
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Schon an der Hintergrund-Mär wird deutlich, dass Rare ehemals familienfreundliche Pfade verlassen hat: Conker wacht nach einer durchzechten Nacht weit entfernt von zu Hause auf und muss feststellen, dass er sich im Vollrausch auf dem Heimweg verlaufen hat. Das Spiel dreht sich im Grunde genommen darum, das trinkfreudige Eichhörnchen sicher nach Hause zu bringen. Zwischen ihm und seinem Heim steht jedoch König Panther mit seiner Teddy-Armee. Dieser war als leidenschaftlicher Milchkonsument gar nicht erfreut darüber, als das vorderste Bein seines Tisches brach. Der Schloss-Doktor entschied, es müsse ein rotes Eichhörnchen eingefangen werden, um den Tisch zu reparieren (Indem es den Platz des fehlenden Tischbeines einnehmen sollte). Leider passte die Beschreibung des Doktors genau auf Conker, der von nun an allseits bekannt war und gesucht wurde. Conker begegnet auf seinem Heimweg vielen skurrilen Gestalten, wie zum Beispiel „Great Mighty Poo“ (einem singenden Haufen Exkremente), kiffenden Feuerameisen, blaublütigen Katzenfischen und einem trinkenden Bienenkönig, der seine Frau wegen einer vollbusigen Sonnenblume verlassen hat.

Conker's Bad Fur Day ist kein reinrassiges 3D Jump'n'Run sondern weist zahlreiche Action-Elemente auf, die das stimmige Gameplay gekonnt auflockern. So präsentiert sich das Game als Mix aus gewohnten Spielmechaniken wie Hüpfeinlagen und Erkunden der weitläufigen Umgebungen, sowie den innovativen "Context Sensitive"-Buttons: Speziellen Feldern, die mit einem prägnanten B gekennzeichnet sind. Bei Berührung versehen sie das gestörte Eichhörnchen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten! Gleich das erste Feld versorgt Conker mit erquickenden Aspirin, die ihn von seinem Kater erlösen, spätere Buttons spendieren Wurfmesser, doppelläufige MGs, Bullet-Time oder verwandeln das Nagetier in einen Amboss.

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Auf seiner Odyssee stolpert Conker über unzählige Anspielungen auf Popcorn-Kino der 80er und 90er, namentlich Der Pate, Terminator, Matrix, Der weiße Hai, Der Soldat James Ryan, Clockwork Orange (Uhrwerk Orange) und Dracula. Für weitere Lacher sorgen die sinnfreien Dialoge, die - mit einer ordentliche Prise Fäkalien abgeschmeckt - nicht immer ganz jugendfrei sind. So gibt ein "Phallus" konsequent "F**k off!" zum besten, während ein Steinblock, auf dessen Haupt ein Artgenosse liegt, sein Anliegen mit "You'd better get this fat as* b*tch off my back" unterstreicht.

Trotz des zugegebenermaßen nicht allzu anspruchsvollen Humors, beschränkt sich Rares N64-Abschied nicht nur auf tumbe Geschicklichkeitstests, sondern fordert auch eure Synapsen: Wie bring ich die Kühe dazu Pflaumensaft zu trinken? Wie überzeuge ich einen Babydino davon in sein eigenes Verderben zu rennen? Egal in welche Richtung Conker marschiert, stets warten Sidequests en masse auf das virtuelle Plüschtier. Insgesamt bietet Bad Fur Day rund 10 bis 15 Stunden Spielspaß, all Killer no Filler...

Wer sich durch den Single Player-Mode gemetzelt hat, darf sich mit ein paar Gleichgesinnten postwendend in den Mehrspielermodus stürzen. Hier gilt die alte N64-Faustregel: Zu zweit flüssig, alles was drüber ist, verkommt zur mehr oder minder schweren Ruckelorgie. Unterschiedliche Spielmodi sorgen hier für feurige Abwechslung, insgesamt stehen Beach, Raptor, Race, War, Heist und Tank zur Wahl, wovon ersterer kurz vorgestellt werden soll. Hier gilt es - ganz im Omaha-Beach-Style - mit den "Frenchis" einen Strand zu erobern, der von den faschistoiden "Tediz" bewacht wird. Der weitläufige Level bietet reichlich Deckung für die Frenchis, die diese aufgrund der schwer bewaffneten Nazibären auch bitter nötig haben. Deren Sortiment setzt sich aus Raketenwerfer, einer gigantischen MG und Scharfschützengewehren zusammen. Insgesamt ist der Multiplayer-Mode ebenso gelungen und motivierend wie die Einzelspielererfahrung und kratzt an die Referenzen Perfect Dark und *Indizierter Bond-Shooter*.

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Abgesehen von der geringeren Auflösung könnte man Conker's Bad Fur Day auch glatt für einen Dreamcast-Titel halten. Eine üppige 3D-Welt voll von abwechslungsreichen, bunten und peppigen Texturen paart sich mit imposanten Lichteffekten, Partikeln, mehrschichtigen Transparenzen und einem Rare-typisch fantastischen Charakterdesign. Conker beeindruckt sogar mit einem ausgewachsenen Facial Animation-System, dass die jeweilige Stimmung des Pelzkneuels perfekt einfängt. Zudem protzt das 512-Megabit starke Modul mit lippensynchroner Sprachausgabe. Sämtliche wichtigen Dialoge sind akustisch in beeindruckender Qualität hinterlegt, vor allem der Opernarien singende Kothaufen genießt Kultstatus.

Kai meint:

Kai

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Kurz und knapp: Conkers Bad Fur Day ist zweifelsohne eines der besten Games für Nintendos 64-Bitter. Das Gameplay schafft den Spagat zw. altbewährten Jump'n'Run-Elementen und Innovation, die Kontext sensitiven Buttons sorgen für eine stetige Auflockerung. Bezüglich Gore-Level und Niveau dürfte Rares politisch unkorrektes Eichhörnchen jedoch nicht jeden Geschmack treffen, mein Tip: Gehirn ausschalten und Spaß haben ,,,)

Positiv

  • Geniales Gameplay
  • Geniale Präsentation
  • Kult!

Negativ

  • Anstößig und böse
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