| Genre: | - |
| Spieleranzahl: | 1 |
| Regionalcode: | - |
| Auflösung / Hertz: | - |
| Onlinefunktion: | - |
| Verfügbarkeit: | 1988 |
| Vermarkter: | SEGA |
Wertung |
Nachdem ich mich in letzter Zeit eher mit Titeln der aktuellen Konsolengeneration herumgeschlagen habe, steckt heute endlich wieder ein echter Oldie als Testkandidat im Modulschacht meines Master Systems. Dann schauen wir doch einmal, ob Captain Silver zweiundzwanzig Jahre nach Veröffentlichung übelst Schiffbruch erleidet, oder ob wir es vielleicht doch mit einer echten Spiele Perle zu tun haben. In diesem Sinne - Segel gesetzt und auf ins Abenteuer!
Trotz seines Alters verfügt Captain Silver über eine Hintergrundgeschichte, die angesichts des seltenen Piratensettings sogar interessant sein könnte. Wer jetzt aufgrund des Titels unweigerlich an Stevensons berühmten Roman „die Schatzinsel“ denkt, ist aber leider auf dem falschen Dampfer. Zugegebenermaßen schlüpfen wir in die Rolle eines gewissen Jims, der sich auf die Suche nach einem vergrabenen Piratenschatz macht. Dass war es dann aber auch schon an Ähnlichkeiten. Dazu kommt, dass man zeittypisch während des Spiels von der Story nicht wirklich viel bemerkt. Lediglich der Abspann versorgt uns mit einigen Informationen über die weiteren Geschehnissen. Hier war zu der damaligen Zeit zwar nicht mehr zu erwarten, es ist aber trotzdem schade, dass die Entwickler das relativ seltene und unverbrauchte Piratensetting nicht besser zu würdigen gewusst haben.

Aber jetzt genug der hochgeistigen Überlegungen und auf zu wirklich harten Fakten. Sobald man das Master System angeworfen hat, wird man von einem grinsenden Totenschädel und dem bekannten Schriftzug „PUSH START BUTTON“ begrüßt. Spätestens hier kann das Spiel nicht mehr verheimlichen, dass es sich um die Umsetzung eines Arcade-Titels für Segas Heimkonsole handelt. Optionen oder ähnlichen Schnick-Schnack sucht man folgerichtig vergebens.
Nachdem ich dann brav dem Startbildschirm folgend, den ominösen Start Button gepusht habe, finde ich mich auch direkt im ersten Level des Spieles wieder. Es handelt sich hier um einen klassischen 2-D Siedescroller mit, nennen wir es einfach mal „zweckmäßiger“ Grafik. Unser Ziel ist es möglichst lebendig, von links nach rechts latschend, das Levelende zu erreichen und dabei zahlreiche Gegner mit unserem Schwert fachgerecht zu filetieren.

Was auf den ersten Blick gar nicht so schwer klingt, entpuppt sich aber schon im ersten Level als echte Herausforderung, die leider weniger den Gegnern, als der verkorksten Steuerung geschuldet ist. Der gute Jim steuert sich nämlich dermaßen hakelig, dass man oft mehr mit dem Pad als mit den Gegnern zu kämpfen hat. Außerdem wurde der arme Kerl von den Entwicklern mit der Sprungkraft eines Backsteins gesegnet, was sogar an sich einfache Sprungpassagen zu echten Problemen macht.
Glücklicherweise wurden aber auch einige Powerups in das Spiel integriert, die die Steuerungspein etwas lindern. So kann Jim, mit einem Super-Sprung-Stiefel ausgestattet, zeitweise wirklich angenehm hoch springen. Noch wertvoller sind aber kleine Feen, die unser Schwert in eine Shurriken Kanone mutieren lassen. Wie die kleinen Flatter-Mädels das anstellen ist mir zwar ein echtes Rätsel, aber das Ergebnis ist überaus effektiv. Bei jedem Schlag schießt von nun an ein Stern aus der Schwertspitze. Richtig genial wird es, wenn man es schafft lange genug am Leben zu bleiben, um mehrere Feen einsammeln. Der Effekt wirkt nämlich kumulativ. Nach 3 Feen ähnelt ein Schwertschlag dann auch frappierend dem Streuschuss bei Probotector.
Hard-Core Schwertfanatiker werden jetzt vielleicht abschätzig die Nase rümpfen, aber glaubt mir.. ohne diese Fernkampffähigkeit hat man in späteren Leveln kaum eine Chance.
Der Haken an der Sache ist, dass man nach einem gewaltsamen Ableben leider wieder ohne Shurriken-Kanonen-Schwert da steht. Sollte man also in einem höheren Level sterben, sieht es wirklich zappen-duster aus! Ein klein wenig Linderung verschaffen da mehr oder weniger gut versteckte Geschäfte, in denen Feen, Leben und andere Upgrades gekauft werden können. Der Gipfel der Abstrusität war übrigens für mich ein Geschäft, dass in einer Schatzkiste versteckt ist.. dass aber nur am Rande.

Weil man Geld vor dem Ausgeben leider auch meist verdienen muss, stellt sich die Frage, wie man hier in dem Spiel an rundgeprägtes Edelmetal kommt. Die Antwort ist, wie meistens zu seeligen Master System Zeiten, sehr simpel. Jeder besiegte Gegner hinterlässt einen Buchstaben, der eingesammelt werden kann und automatisch einen Geldbetrag auf unser Konto bucht. Als zusätzlicher Bonus winkt sogar ein Leben, wenn es gelingt, alle Buchstaben des Namens „Captain Silver“ zu sammeln. Sowas ist angesichts der Tatsache, dass man ein ziemlich dürres Bürschchen spielt, das schon nach einem einzigen Treffer das Zeitliche segnet, höchst willkommen..
Wenn ich schon beim Thema Tod bin.. Der Schwierigkeitsgrad von Captain Silver ist wirklich knackig. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn das Spiel absichtlich so konzipiert wäre (siehe z.B Mega Man 9 und 10). Solche Spiele sind zwar schwer, aber sie sind auch fair. Bei Captain Silver resultiert die Schwierigkeit aber aus der hakeligen Steuerung und einem häufigem Ruckeln. Außerdem wirkt der ganze Spielablauf, als würde alles extrem verlangsamt ablaufen. Man kann es sich vielleicht wie einen permanenten Slow-Down vorstellen. Unheimlich nervig das ganze. So wird die Lust am Spiel ganz schnell zum Frust kann ich nur sagen. Dazu kommen noch wirklich schwere Bossgegner, die zum Teil auch noch unfassbar lächerlich sind und überhaupt nicht in den Piraten-Background passen. Höhepunkt ist hier ein als Banane verkleideter Ritter mit Schild und Morgenstern.. Da kann ich wirklich nur sagen: „ohne Worte“
Was die Grafik angeht habe ich ja schon meine unfassbare Begeisterung angedeutet. Dann mal auf in die Vollen: Das Spiel sieht einfach hinreißend scheußlich aus! Man könnte wirklich fast meinen, dass sich die Entwickler besondere Mühe gegeben haben, jedes Detail möglichst unterirdisch hinzubekommen. Die Hintergründe sind ein Pixelmischmasch, die Vordergründe ebenfalls und unser Jim sowieso. Die Gegner machen dann auch noch fröhlich mit und die Animationen sehen aus, als würde unser Hauptcharakter permanent Langlauf-Ski fahren.. nur ohne Skier und Stöcke eben. Mein lieber Herr Gesangsverein. Man muss dem Spiel zwar zu gute halten, dass es wirklich ein älteres Semester ist, aber im selben Veröffentlichungsjahr ist auch Wonderboy II erschienen. Und wenn man sich diese Spiele im Vergleich betrachtet, dann erübrigt sich eigentlich jeder weitere Kommentar. Captain Silver ist wirklich eine grafische Vollkatastrophe.
An der Soundfront sieht es dann auch ähnlich furchtbar aus. Ist die Background Musik in den ersten Leveln noch in Ordnung, wird sie, wirklich proportional zum Spielefortschritt immer grausamer. In den letzten 2 Leveln ist das ganze dann auch endgültig im absoluten Simpler-Krach-Stadium angekommen. Aus den Boxen schlägt dem Spieler ein dermaßen hektisches und undefinierbares Rumgetröte entgegen, dass einem wirklich Hören und Sehen vergeht. Das ganze wird dann noch durch ätzende Spielgeräusche gewürzt und fertig ist der Audio-Overkill. Wer ein nur ein klein wenig musikalisch ist, wird leiden wie ein Hund.

Aber jetzt genug der hochgeistigen Überlegungen und auf zu wirklich harten Fakten. Sobald man das Master System angeworfen hat, wird man von einem grinsenden Totenschädel und dem bekannten Schriftzug „PUSH START BUTTON“ begrüßt. Spätestens hier kann das Spiel nicht mehr verheimlichen, dass es sich um die Umsetzung eines Arcade-Titels für Segas Heimkonsole handelt. Optionen oder ähnlichen Schnick-Schnack sucht man folgerichtig vergebens.
Nachdem ich dann brav dem Startbildschirm folgend, den ominösen Start Button gepusht habe, finde ich mich auch direkt im ersten Level des Spieles wieder. Es handelt sich hier um einen klassischen 2-D Siedescroller mit, nennen wir es einfach mal „zweckmäßiger“ Grafik. Unser Ziel ist es möglichst lebendig, von links nach rechts latschend, das Levelende zu erreichen und dabei zahlreiche Gegner mit unserem Schwert fachgerecht zu filetieren.

Glücklicherweise wurden aber auch einige Powerups in das Spiel integriert, die die Steuerungspein etwas lindern. So kann Jim, mit einem Super-Sprung-Stiefel ausgestattet, zeitweise wirklich angenehm hoch springen. Noch wertvoller sind aber kleine Feen, die unser Schwert in eine Shurriken Kanone mutieren lassen. Wie die kleinen Flatter-Mädels das anstellen ist mir zwar ein echtes Rätsel, aber das Ergebnis ist überaus effektiv. Bei jedem Schlag schießt von nun an ein Stern aus der Schwertspitze. Richtig genial wird es, wenn man es schafft lange genug am Leben zu bleiben, um mehrere Feen einsammeln. Der Effekt wirkt nämlich kumulativ. Nach 3 Feen ähnelt ein Schwertschlag dann auch frappierend dem Streuschuss bei Probotector.
Hard-Core Schwertfanatiker werden jetzt vielleicht abschätzig die Nase rümpfen, aber glaubt mir.. ohne diese Fernkampffähigkeit hat man in späteren Leveln kaum eine Chance.
Der Haken an der Sache ist, dass man nach einem gewaltsamen Ableben leider wieder ohne Shurriken-Kanonen-Schwert da steht. Sollte man also in einem höheren Level sterben, sieht es wirklich zappen-duster aus! Ein klein wenig Linderung verschaffen da mehr oder weniger gut versteckte Geschäfte, in denen Feen, Leben und andere Upgrades gekauft werden können. Der Gipfel der Abstrusität war übrigens für mich ein Geschäft, dass in einer Schatzkiste versteckt ist.. dass aber nur am Rande.

Wenn ich schon beim Thema Tod bin.. Der Schwierigkeitsgrad von Captain Silver ist wirklich knackig. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn das Spiel absichtlich so konzipiert wäre (siehe z.B Mega Man 9 und 10). Solche Spiele sind zwar schwer, aber sie sind auch fair. Bei Captain Silver resultiert die Schwierigkeit aber aus der hakeligen Steuerung und einem häufigem Ruckeln. Außerdem wirkt der ganze Spielablauf, als würde alles extrem verlangsamt ablaufen. Man kann es sich vielleicht wie einen permanenten Slow-Down vorstellen. Unheimlich nervig das ganze. So wird die Lust am Spiel ganz schnell zum Frust kann ich nur sagen. Dazu kommen noch wirklich schwere Bossgegner, die zum Teil auch noch unfassbar lächerlich sind und überhaupt nicht in den Piraten-Background passen. Höhepunkt ist hier ein als Banane verkleideter Ritter mit Schild und Morgenstern.. Da kann ich wirklich nur sagen: „ohne Worte“

Was die Grafik angeht habe ich ja schon meine unfassbare Begeisterung angedeutet. Dann mal auf in die Vollen: Das Spiel sieht einfach hinreißend scheußlich aus! Man könnte wirklich fast meinen, dass sich die Entwickler besondere Mühe gegeben haben, jedes Detail möglichst unterirdisch hinzubekommen. Die Hintergründe sind ein Pixelmischmasch, die Vordergründe ebenfalls und unser Jim sowieso. Die Gegner machen dann auch noch fröhlich mit und die Animationen sehen aus, als würde unser Hauptcharakter permanent Langlauf-Ski fahren.. nur ohne Skier und Stöcke eben. Mein lieber Herr Gesangsverein. Man muss dem Spiel zwar zu gute halten, dass es wirklich ein älteres Semester ist, aber im selben Veröffentlichungsjahr ist auch Wonderboy II erschienen. Und wenn man sich diese Spiele im Vergleich betrachtet, dann erübrigt sich eigentlich jeder weitere Kommentar. Captain Silver ist wirklich eine grafische Vollkatastrophe.
An der Soundfront sieht es dann auch ähnlich furchtbar aus. Ist die Background Musik in den ersten Leveln noch in Ordnung, wird sie, wirklich proportional zum Spielefortschritt immer grausamer. In den letzten 2 Leveln ist das ganze dann auch endgültig im absoluten Simpler-Krach-Stadium angekommen. Aus den Boxen schlägt dem Spieler ein dermaßen hektisches und undefinierbares Rumgetröte entgegen, dass einem wirklich Hören und Sehen vergeht. Das ganze wird dann noch durch ätzende Spielgeräusche gewürzt und fertig ist der Audio-Overkill. Wer ein nur ein klein wenig musikalisch ist, wird leiden wie ein Hund.
Andreas meint:
Du magst diesen Artikel?
Dann tu dem Redakteur doch etwas Gutes!
Forum:
Diskutiere mit anderen über diesen ArtikelDie neuesten Beiträge: insgesamt 14 Beiträge | zum Forum...
-
16.08.2010 19:38:38 von Elemental Master:
Würde mich auch mal interessieren.
-
16.08.2010 19:22:11 von Slainte:
Kann man Transbot eigentlich durchspielen.Hatte irgendwie den Eindruck das das Spiel ne Endlosschleife hat?
-
16.08.2010 19:09:10 von Elemental Master:
Bomber Raid ist sehr gut und macht auch heute noch Spass. Teddy Boy hat mir schon 1990 nicht gefallen. Transbot ist was für den kleinen Hunger zwischendurch, ist aber sicherlich kein Highlight und sondern eher durchschnittlich....
SOCIAL
neXGam YouTube Channel
Anzeige
Amazon
Positiv
Negativ