Neo Geo Portable - was ist von der Ankündigung zu halten?
Elegant kommt es daher, das am gestrigen Tage angekündigte Neo Geo Portable. Der Spross einer Verbindung zwischen iPhone und der namensgebenden Arcadekonsole, möchte man meinen. Schwarz, edel, zeitlos. Sogar der goldgänzende Schriftzug prankt gut lesbar auf der Front. Selbstverständlich hungert es den kleinen Bruder des mächtigen 16-Bitters aber nicht nach übergroßen Modulen. In Zeiten von nahezu arcade-perfekter Emulation und unbegrenztem Flashspeicher wird das Mini-Neo mit ordinären Roms gefüttert.
Mit den 20 'vorinstallierten' Exemplaren erlebt der geneigte Käufer 6 Jahre SNK-Geschichte. Vor allem die bisher (offiziell) unveröffentlichten Klassiker NAM 1975 und Super Sidekicks: The Ultimate 11 (Super Sidekicks 4) dürften so manchen Interessenten anlocken. Jedoch bietet der eleganten Knirps, dank 2 GB internem Speicher und einem SD-Kartenslot, ausreichend Potenzial, um das komplette Neo Geo-Portfolio zu vereinen. Ob dies via speziellem Download-Portal oder anderweitig realisiert wird, steht in den Sternen. Dass man hier noch etwas 'nachliefert', ist allerdings so sicher, wie Mai Shiranuis Wirkung auf pubertierende Teenager.
Die Anordnung der Hauptbuttons wurde 1:1 vom Neo Geo CD-Pad übernommen. Unglücklicherweise zeigte sich diese bereits dort suboptimal, da damit viele, durchaus auch in der Praxis benötigte, Kombinationen zu Fingerfrakturen führen. Im Gegensatz zum klassischen SNK-Pad bietet der Handheld jedoch 4 Shoulderbuttons, welche (hoffentlich) für Shortcuts verwendet werden können. Die Anordnung selbiger ist dabei aber mindestens so fragwürdig wie die der Frontbuttons. Aber exotische Spielehardware kann ja nie genug Alleinstellungsmerkmale besitzen. :-)
Apropos: Als reiner 2D-Handheld wartet der NGPortable selbstverständlich nicht mit einem Analogstick, dafür jedoch mit dem, Kennern bereits vom Neo Geo Pad bekanntem, Miniatur-Digitalstick auf. Mikroschalter inklusive. Am metallenen Rand des Gerätes finden sich ausserdem die obligatorischen Taster, welche der Lautstärke- und Kontrastregelung dienen. Ferner ein AV-Out, mit dem der Kleine zum ausgewachsenen Neo Geo mutiert. Zumindest in der Theorie.
Welches Marktsegment man mit diesem Handheld anspricht, ist unklar. Den Großteil der SNK-Fanbase scheinen bereits die ersten Bilder im Sturm erobert zu haben, trotz dem es sich hierbei lediglich um ein, von SNKP lizenziertes, 3rd Party-Produkt handelt. Ob die Zukunft des schnuckligen Neos rosig oder eher düster aussieht, mache ich persönlich an der Emulationsqualität und seinen weiteren Funktionen fest. Der 16:9-Bildschirm ist ein klares Indiz dafür, dass nicht ausschließlich niedrig aufgelöste Arcade-Roms über selbigen flimmern sollen. Außerdem ist der Preis ein wichtiger Faktor. Ein schlapper Hunderter dürfte schätzungsweise für viele potentielle Käufer die Schmerzgrenze darstellen. Man darf gespannt sein.