Virtual Boy Wario Land
Die kurze Lebensdauer des Virtual Boys war nicht gerade von Erfolgen gekrönt. Gerade einmal 22 Spiele haben es auf das ungewöhnliche Tabletop Gerät geschafft, von denen die teuersten heute Sammlerpreise bis zu 1000 $ erzielen. Weniger teuer in der Anschaffung aber umso interessanter gestaltet sich da sicher Warios Auftritt auf dem Virtual Boy...
Wario stand und steht ein wenig im Schatten seines braven Kollegen Mario, aber auf dem Virtual Boy ist Wario so ziemlich konkurrenzlos. Die angekündigte Mario Land Episode hat es nämlich nicht mehr auf den Virtual Boy geschafft, so dass Wario nun konkurrenzlos in den Ring steigt. Das Spielprinzip von Virtual Boy Wario Land orientiert sich dabei eng an der Game Boy Episode von Wario Land, wurde aber geschickt durch die Fähigkeiten des Virtual Boy im 3D Bereich erweitert. Das Game spielt sich auf 2 Ebenen ab, so kann Wario nun auch in den Hintergrund springen und dort weiter spielen. Feinde bewegen sich im dreidimensionalen Raum sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund. Bei Bosskämpfen wurde diese Technik ebenfalls geschickt eingesetzt, so dass die Bosse meist aus dem Hintergrund attackieren und ihr eine Gelegenheit abpassen müsst, ihnen auf den Kopf zu springen.

Wie aus dem Game Boy Pendant bekannt kann Wario auch hier unterschiedliche Kappen aufsammeln, die ihn entweder stärker werden lassen, ihn Feuer speien, oder sogar fliegen lassen. Diese speziellen Techniken werden dann auch im Laufe des Spieles ausgiebig genutzt, denn um ein Level zu beenden mus Wario in jedem der 14 Level einen Schlüssel finden um zum nächsten Level vorzudringen. Dabei ist nicht nur rabiater Waffen- und Hüpfeinsatz gefragt, sondern meist auch eine Menge Grips, denn manche Level gestalten sich als richtige Kopfnüsse. Da muss schon mal ein Raum zu einer bestimmten Uhrzeit betreten werden, oder auch im „Hintergrund“ agiert werden. Natürlich haben es die aus dem Game Boy Teil bekannten Artefakte wieder ins Spiel geschafft. Da unser Vorzeigekapitalist ja nicht auf Ruhm und Ehre, sonder eher auf hartes Bares aus ist, habt ihr die Möglichkeit, mittels der in den Leveln versteckten Artefakte, euren Kontostand entsprechend aufzubessern. Insgesamt wurden die Fähigkeiten des Virtual Boy hier geschickt genutzt und ins Gameplay implementiert. Durch die Fähigkeit auch im Hintergrund zu spielen, gewinnt das Gameplay sprichwörtlich an „Tiefe“.

Gepaart mit der gewohnt guten Nintendo Spielbarkeit und dem familienfreundlichen, aber trotzdem nicht unlustigen Humor, ist Wario Land also ein heißer Kandidat für euren roten Exoten. Grafisch spielt Wario Land für Virtual Boy Verhältnisse ebenfalls in der obersten Liga. Die Sprites sind groß und detailiert, die Animationen gelungen und die gesamte Spielumgebung abwechslungsreich und lebendig. Wario hüpft durch Höhlen, Wälder, Schiffe und Gesterschlösser. Die Bosskämpfe mit meist bildschirmgroßen Endbossen setzen dem Spiel grafisch noch die Krone auf und sorgen für staunende Blicke, da hier der 3D Aspekt besonders gut genutzt wurde. Im Bereich der akustischen Untermalung gibt sich Wario Land ebenfalls keine Blöße. Nette Melodien ergänzen das stimmige Gameplay hervorragend und lassen keinen Grund zur Kläge aufkommen. Gleiches gilt für die Soundeffekte. Wenn auch der Sound die große Schwachstelle der meisten Virtual Boy Spiele war, so kann man bei Virtual Boy Wario Land getrost den Lautstärkeregler aufgedreht lassen.
(hp)
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