Box Pixel
Slider Stop
Review Bild

Logo

Assassin's Creed

Schon als Assassin’s Creed auf der 2006 stattfindenden Games Convention präsentiert wurde, avancierte der Sneaking-Action-Genremix zum absoluten Hitanwärter des Jahres 2007, nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Optik und dem innovativen Gameplay. Jetzt, nach über einem Jahr des Wartens, darf man das Spiel endlich in eigenen Händen halten. Ob gehalten wird, was versprochen wurde, offenbart der folgende Testbericht...
Assassins-Creed-1.jpgWir schreiben die nahe Zukunft. Ja, richtig gelesen, die Zukunft. Ihr schlüpft in die Rolle von einem gewissen Mr. Desmond, einem ahnungslosen Barkeeper, der sich urplötzlich in einem geheimen Forschungslabor wiederfindet, wo ihn ein Wissenschaftler und seine Assistentin erwarten. Euch wird offenbart, dass ihr der Nachfahre eines Assassinen seid, einer Bande von muslimischen Meuchelmördern, die ihre Blütezeit während der dritten Kreuzzüge, also ungefähr im 12. Jahrhundert n. Chr., hatten. Durch den "Animus", einem futuristischen Computer, könnt ihr seine Erinnerung sozusagen nacherleben. Auf der Suche nach etwas Geheimnisvollem werdet ihr von dem zweiköpfigen Team gezwungen, die Gedanken eures Vorfahren nachzuempfinden.

Assassins-Creed-2.jpg Assassins-Creed-3.jpg


Nach einer erfolglosen Mission, bei dem einer seiner Assassinen-Kollegen umgekommen ist und er gegen das heilige Credo (engl. Creed) der Gilde verstoßen hat, wird Protagonist Altaïr einer harten Strafe unterzogen und auf den niedrigsten Assassinen- Rang degradiert. Der Meister seiner Gilde erteilt ihm nun den Auftrag 9 verschiedene Personen in den Städten Jerusalem, Damaskus und Akkon zu töten, um die Ordnung in der heiligen Welt wieder herzustellen. So schwingt sich der Assassinen-Novize Altaïr auf sein Pferd, um seine Ehre wiederherzustellen.

Assassins-Creed-4.jpgNach der Reise in eine der drei oben genannten Städte müsst ihr zunächst zum Assassinen-Büro, wo euch der jeweilige Vertreter des Clans mit Tipps versorgt, wo ihr am besten Nachforschungen über das Attentats-Ziel anstellen könnt. So müsst ihr Leute bestehlen, sie durch Faustschläge zum Reden bringen oder gewisse Aufgaben für Informanten erledigen, um an die nötigen Infos zu kommen. Um diese Leute zu finden, gilt es auf Aussichtstürme zu klettern, die nach und nach die Karte aufdecken.

Assassins-Creed-5.jpg Assassins-Creed-6.jpg


Und nun kommen wir schon zu einem besonderen Aspekt des Titels – dem Klettern. Altaïr kann überall hochklettern, sei es eine Moschee, ein Haus oder das Stadttor. Um die Mauern heraufzukommen, bedarf es allerdings auch gewissen Haltevorrichtungen – physisch ist an der Wand hochklettern nun mal nicht korrekt. Ihr könnt euch an Fentern, herausragenden Backsteinen, Simsen oder irgendwelchen Verzierungen hochhangeln, um am Ende über zahllose Hausdächer zu rennen. Die riesigen Städte der Assassin’s Creed-Welt können wie bei GTA nach Lust und Laune erkundet werden, dabei können noch Sidequests bewältigt werden. So müsst ihr beispielsweise armen Bürgern helfen, die sich in der Gewalt böser Stadtwachen befinden, um danach Gruppen in der Stadt zu erhalten, die euch in brenzligen Situationen helfen. Da wären beispielsweise die ganz in weiß gekleideten Gelehrten, in dessen Gruppe ihr euch aufhalten könnt, um unbemerkt in bewachte Gebiete zu kommen, oder die Partisanen, die helfen, falls Soldaten euch eures Lebens berauben wollen.

Nachdem ihr also genügend Informationen gesammelt habt, geht’s ab ins Assassinen-Büro, um dort Rapport abzulegen. Jetzt lauft ihr straight zum Opfer, mit welchem ihr nach einer kurzen Sequenz in einen Kampf verwickelt werdet. Es kann aber auch sein, dass ihr das Ziel von hinten überraschen könnt, um es ohne Fechteinlage in den Himmel zu schicken. Nach dem erfolgreichen Attentat erstattet ihr Bericht beim Meister, der euch mit einem neuen Rang belegt. Anfangs erhaltet ihr dazu noch bessere Waffen, die euch das Bekämpfen der Gegner noch einfacher machen.

Assassins-Creed-7.jpgDie Hauptwaffe ist eigentlich das versteckte Messer, welches aus einer am Handgelenk befestigten Vorrichtung ausgefahren werden kann, um potenzielle Opfer möglichst unauffällig zu töten. Dazu kommt das Langschwert, das in direkten Nahkämpfen benutzt wird, um von den zahlenmäßig meist überlegenen Gegnern nicht gnadenlos niedergemetzelt zu werden. Nach einiger Zeit werdet ihr auch mit einem Kurzschwert, welches für schnelle Kämpfe gut ist, und Wurfmessern ausgestattet. Letztere sind gut, um die Bogenschützen, die sich manchmal auf Dächern befinden, leicht auszuschalten. Aufgrund der schier grenzenlosen Bewegungsfreiheit und sehr vielen Möglichkeiten, die Attentate durchzuführen, quasi in Hitman-Manier, lässt sich Assassin’s Creed sehr flüssig spielen und wird nie langweilig, auch wenn die Aufgaben teilweise eintönig sind, macht die Erkundung der Städte, von denen jeder Quadratmeter individuell designt wurde, einfach nur Spaß. Trotzdem hätte die Missionsgestaltung etwas abwechslungsreicher gemacht werden können, auch wenn die Optik wirklich hinreißend ist, wird’s teilweise etwas stupide.

Leider ist das Kampfsystem nicht ganz so abwechslungsreich ausgefallen, wie der Rest des Spiels. Durch halten eines Triggers könnt ihr jeden Angriff abwehren und auf Knopfdruck einen rüden Konter durchführen. Natürlich könnt ihr auch wild drauf loshacken, werdet allerdings nicht lange überleben, da die Wachen auch Kontern und Ausweichen können. Pixelblut tritt dabei nicht im Überfluss, allerdings dennoch sichtbar in Erscheinung. Habt ihr einen Gegner mit einem Schwert durchstoßen, tropft der Lebenssaft an der Waffe herunter und färbt die Klinge rot. Die Kämpfe sind also recht einfach zu gewinnen, gen Ende braucht es gegen stärkere Gegner dennoch etwas Taktik. Als weiteres Gimmick gibt es in jeder Stadt flaggen, die es Einzusammeln gilt und Aussichtstürme, die man besteigen sollte, um das Spiel wirklich „100%ig“ durchzuspielen.

Assassins-Creed-8.jpgKommen wir nun zum Prunkstück des Spiels – der Grafik. Neben den flüssigen Animationen wirklich jedes (!) Statisten in den weitläufigen Gassen, ist jedes Stück der großen Umgebung mit Liebe zum Detail gestaltet und bietet immer wieder Eyecandy. Auch die Licht- und Schatteneffekte sind Weltklasse und lassen keinen Platz für Kritik offen. Erklimmt man die o.g. Aussichtstürme wird zudem noch die exorbitant hohe Weitsicht deutlich, die den Spieler mit heruntergefallener Kinnlade vorm Fernseher sitzen lässt. Auch die Texturen sind wirklich gut gelungen und abwechslungsreich – Leider fällt hierbei MipMapping deutlich auf. Die Framerate ist zu 98% stabil, bricht nur in wirklich extremen Situationen kaum merkbar ein. Dem Spielfluss schadet es indes nicht.

Auch der Sound weiß zu gefallen. Die in Normalsituationen auftretenden zarten Klänge werden in extremeren Szenen durch zünftige, spannungsgeladene Orchesterklänge ersetzt. Die Sprachausgabe ist nicht immer wirklich gelungen, wirkt nicht authentisch und die Phrasen der Passanten und Soldaten, die euch im Spiel passieren, wiederholen sich des öfteren.
(rr)
1 2

Copyright © 2010 neXGam
Top