Lost Kingdoms
| Genre: | Rollenspiel |
| Spieleranzahl: | 1 - 2 |
| Regionalcode: | PAL |
| Auflösung / Hertz: | - |
| Onlinefunktion: | - |
| Verfügbarkeit: | 09. August 2002 |
| Vermarkter: | Activision |
Wertung |
Und wieder eine Premiere auf dem GameCube - diesmal bekommen endlich auch die GameCube Jünger ein Rollenspiel für ihren Würfel präsentiert. Erinnert man sich an die Durststrecke auf dem N64, so kann man nur hoffen, dass sich das nicht mehr wiederholt. Die Chancen auf besseren Support für alle Rollenspiel-Fans besteht! Wollen wir mal sehen, wie sich der erste Vertreter dieses Genres so schlägt ...
Etwas Merkwürdiges geht im Lande Alanjeh vor, in dem plötzlich ein mysteriöser Nebel auftaucht und zuerst einen Wald und danach Stadt für Stadt verschluckt. Schließlich wird auch das Schloss der Königsfamilie bedroht und ihr, in Rolle der Prinzessin Katia, schafft es gerade noch zu entfliehen. Hier werdet ihr schon gleich mit dem Kampfsystem vertraut gemacht, dass einige Eingewöhnungszeit kostet.
Die Heldin von heute kämpft nicht mehr selbst - nein, man lässt für sich kämpfen! Und zwar in Form von magischen Karten, die ihr wahlweise mit X, Y, A und B einsetzt. Solche können Monster beschwören, die sich auf eure Feinde stürzen, als auch euch selbst zu einem furchteinflößenden Wesen werden lassen. Bedauerlicherweise besitzt ihr aber nie selber die Kontrolle über diese Kreaturen, was mich doch etwas störte. Zu gern hätte ich ...
Im weiteren Spielverlauf findet ihr immer mehr Karten, die ihr in euer Deck einsortiert. Allerdings dürfen dort nie mehr als 30 Stück sein, so dass ihr schon nach kurzer Zeit aussortieren müsst. Überflüssige Karten können später in einem Shop verkauft bzw. gegen neue Karten eingetauscht werden. Oder mit Hilfe von in den Kämpfen gesammelten Erfahrungspunkten aufgewertet werden. Während ihr auf der Weltkarte nur die einzelnen Locations anwählt, dürft ihr euch Vorort in den 3D-Levels völlig selbständig bewegen. Diese enttäuschten mich allerdings technisch maßlos - von Next-Generation keine Spur. Das hätten wir so in der Form ebenso problemlos auf der PS2 zu sehen bekommen können. Aber da es sich um einen der ersten GameCube Titel handelt, tröstete ich mich mit dem Gedanken an kommende Perlen und das es bekanntlich die inneren Werte sind, die bei einem RPG zählen ...
Prinzessin Katia lotst ihr per Analogstick durch die Gegend. Ich muss hier erneut Kritik anbringen: Erstens fällt die Kameraperspektive an einigen Stellen ungünstig aus, ein Problem, mit dem viele 3D-Games kämpfen. Per C-Stick könnt ihr die Kamera drehen, aber immer nur um ganze 90°, was die Lage oftmals nicht verbessert. Ein Wenden in 45° Grad Schritten oder in Stufen, wie z. B. bei Super Mario Sunshine wäre sinnvoller gewesen.
Zweiter Kritikpunkt sind die häufig stattfindenden Zufallskämpfe, die mich mit der Zeit einfach extrem zu nerven begannen. Da läuft man ein paar Schritte nach dem letzten Kampf und wird schon ins nächste Gefecht verwickelt, dem leider nicht auszuweichen ist. Zwar könnt ihr dem Echtzeit-Kampfgeschehen auch entfliehen, allerdings kostet das eine Karte aus eurem Deck und funktioniert nicht bei allen Feindbegegnungen.
In Sachen Rätsel wird fast nichts abgefordert, denn die beschränken sich zumeist auf das Betätigen irgendwelcher Schalter oder dem Öffnen einiger Kisten - große geistige Anforderungen sucht man vergeblich. Wer jetzt aber denkt das Lost Kingdoms ein RPG zum schnellen Durchspielen ist, den muss ich enttäuschen. Da manche Locations doch einen happigen Schwierigkeitsgrad besitzen, für die man schon mal diverse Anläufe benötigt, will man erfolgreich weiterkommen. Glücklicherweise könnt ihr euch nach jedem Ableben direkt noch einmal versuchen ...
Übrigens kann Lost Kingdoms erfreulicherweise mit einem bisher recht wenig genutzten Feature in Rollenspielen aufwarten: einem 2-Player Modus. Wer sich bereits die Hände reibt und einen Freund zum zweiten Controller rufen will, sollte allerdings erst fertig lesen. Denn leider begleitet euch euer Kumpel nicht durch das Abenteuer, sondern ihr könnt euch nur in kleinen Arealen mittels magischer Karten duellieren. Das macht das erste Mal Spaß, das zweite Mal auch, aber schließlich legt man das Gamepad gelangweilt zur Seite.
Zu erwähnen sei am Ende noch die wichtige Tatsache, dass Lost Kingdoms nur Englisch und Französisch bei der Sprachauswahl anbietet, was potenzielle Käufer abschrecken dürfte. Denn wenn ihr wenigstens etwas von der ohnehin nicht allzu tiefgehenden Story mitbekommen wollt, dann solltet ihr über fortgeschrittene Sprachkenntnisse verfügen. Dafür konnte man sich immerhin dazu durchringen, dem Game einen 60-Hz-Modus zu spendieren.
Sebastian meint:
Du magst diesen Artikel?
Dann tu dem Redakteur doch etwas Gutes!
Das erste Rollenspiel für GameCube ist qualitativ mäßig. Wo befindet sich der verschrobene Abenteurer, der mit seinem Breitschwert die Gegner zuhauf niedermetzelt? Das kann doch nix werden, wenn die Prinzessinnen heutzutage schon selbst losziehen müssen, um sich bzw. ihr Königreich zu retten ..... ;-)
Positiv
Negativ