| Genre: | - |
| Spieleranzahl: | 1 |
| Regionalcode: | Regionfree |
| Auflösung / Hertz: | - |
| Onlinefunktion: | Ja |
| Verfügbarkeit: | 01. September 1994 |
| Vermarkter: | Capcom |
Wertung |
Ich schaue auf den Kalender und muss mit erschrecken feststellen, dass wir schon seit Wochen keinen neuen Mega Man Artikel mehr online gestellt haben. Für diesen "peinlichen Unfall" entschuldigen wir uns und als Versöhnung zollen wir dem kleinen blauen Bomber mit seinem letzten Gameboy Classic-Ableger Tribut.

Mega Man, eine Kultfigur! Ein fast perfektes Beispiel, dass selbst nach über 20 Jahre Abenteuer die Luft immer noch nicht raus ist. Trotz immer stärkerer Superkonsolen oder Handhelds hat der kleine blaue Bomber nie etwas von seiner Beliebtheit einbüßen müssen. Im Gegenteil: Mit jeder neuen Ära von Handheld oder stationären Konsole wurde das Roboteruniversum rund um Mega Man expandiert und dem Zeitgeist angepasst. Während andere Ikonen der Videospielindustrie (ich nenne keine Namen, nur soviel: Er ist auch blau und rennt) durch die moderne Technik ausgehebelt wurden, bewahrte Capcom den Charme der frühen Tage. Auf dem Gameboy wirkte die Serie durch das recyclen der Endgegner vom NES dabei eher immer als Remix als denn eigenständige Serie. Mit Mega Man V ändert sich das jetzt!

Der Weltenretter Mega Man (ohne Helm) und Roll genießen einen friedlichen Tag im Jahr 200X auf dem Land. Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern. Der letzte Kampf mit Dr. Wily ist schon lange in Vergessenheit geraten und Rock Man (wie man ihn in Japan nennt) genießt die freie Zeit. Total unvorbereitet erscheint vor Mega Man und Roll ein mächtiger Roboter, der auf den Namen Terra hört. Ohne langes Vorgeplänkel setzt Mega Man seinen Helm und lädt seinen Mega Buster auf. Als die große Lasersalve seinen Roboterarm verlässt und auf die Oberfläche von Terra trifft ist das erschrecken groß. Die Waffe hat nicht mal einen Kratzer auf seiner Rüstung hinterlassen. Die darauf folgenden Minuten ersparen wir allen Mega Man-Fans, weil es an Brutalität nicht zu überbieten ist.

Nach geraumer Zeit wird Mega Man im Labor von Dr. Light wieder wach und kann sich nicht mehr erinnern, was eigentlich passiert ist. Dr. Light, der Mega Man und andere Roboter seiner Art erschafft hat, erklärt ihm das Debakel. Erschreckend hört der kleine Roboter seinem Erbauer zu und jede neue Nachricht nach dem Kampf mit Terra ist wie ein Messerstich in sein Gesicht. Dr. Light erklärt ihm das acht Roboter jetzt die Welt terrorisieren, wobei Terra ihr Anführer ist. Sofort werden Erinnerungen aus der Vergangenheit mit Dr. Wily wach. Steckt auch diesmal wieder dieser verrückte Wissenschaftler dahinter? Diese Frage konnte Dr. Light auch nicht beantworten. Während Mega Man bewusstlos war, hat Dr. Light den altersschwachen Mega Buster gegen den bummerangähnlichen Mega Arm getauscht, um Mega Man doch eine kleine Chance in diesen hoffnungslosen Kampf zu geben. So zieht der kleine blaue Roboter wieder in die Schlacht - und ihr zieht mit ihm.

Die Story ist nicht neu, auch nicht die Erzählweise! Wirklich neu ist aber, dass die komplette Roboterschar aus keinem der NES-Vorgänger besteht. Also nix Blizzard Man oder Star Man. Jetzt heißen die Endgegner Venus, Jupiter oder Saturn. Dazu kommt, dass die neuen Endgegner sowie ihre Untergebenen fantastisch designt wurden. Mega Man-Kenner werden in den vielen Stages neue Gestalten zu Gesicht bekommen, die zuvor nirgends zu sehen waren. Das Spielprinzip bleibt aber weiter unangetastet: Ihr wählt mit Mega Man die Stages eurer Wahl aus, durchlauft sie und zerdepptert alles, was euch in den Weg kommt. Den Robot-Endgegner solltet ihr nur mit der richtigen Waffe entgegen treten. Ist dieser das Klo runtergespült, bekommt ihr seine Wumme und auf gehts zum nächsten Gegner. Nach jeden Levelabschluss gibt es ein Passwort, das euch sofort wieder an Ort und Stelle bringt. So müsst ihr nach dem Ausschalten des Handhelds nicht immer alles von neu spielen.

Seid ihr Neulinge und Mega Man V ist euer Start in die Serie werdet ihr die vielen neuen Kleinigkeiten im Gameplay eher nicht bemerken. Zu den schon bekannten Items Energy-Tanks könnt ihr jetzt auch Munition-Tanks im Inventar aufladen. Sollte die Munition einer bestimmten Waffe zu Grunde gehen, lässt sich diese wieder füllen. Auch Rush, der Allzweckhund ist wieder mit seinem breitem Rücken dabei. Dazu gesellt sich die Katze Tango, die mit ihrer Rollattacke euch zur Seite steht. Im Vergleich zu den anderen Handheld-Ablegern ist das Leveldesign von Mega Man V einfach fantastisch. Recht oft werdet ihr euch nicht nur mit den Robotern abgeben, sondern müsst Fallen, Naturgewalten und anderen fiesen Ereignissen ausweichen. Diese wurden so abwechslungsreich in die Levelpassagen eingebettet das eine perfekte Symbiose zwischen Balleraction und Sprungeinlangen gegeben sind.

Wieder mal ist der Schwierigkeitsgrad äußerst fies. Aber Hey, das macht eben ein Mega Man-Spiel aus. Super Gameboy-Besitzer, die lieber gerne am heimischen Fernseher ihre Gameboy-Spiele zocken möchten, können dank Super Gameboy-Kombatibilität sich auf ein "buntes" Abenteuer freuen. Grafisch ist Mega Man V seinen Vorgängern ebenbürtig, wobei der Detailgrad der neuen Roboter etwas feiner wirkt. Leider ist das häufige Ruckeln wieder mit von der Partie. Dafür ist der Soundtrack echte Spitzenklasse!
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