Autor: Uwe Drexelius
----1. Vorgeschichte ----
Die Geschichte des Wii ist, wie so viele Geschichten die das Leben schreibt, eine Geschichte voller Missverständnisse. Nicht ganz schuldlos daran ist Nintendo selbst. Denn die Kombination aus dem hochtrabenden Arbeitstitel „Revolution“ und der minimalistischen Informationspolitik, erzeugt natürlich nicht nur haushohe Erwartungen, sondern bei kritischen Geistern auch eine gewisse Skepsis. Eine nostalgische Momentaufnahme dieser Zeit stellt unser in die Jahre gekommenes Revolution-Special dar.
Nun, im Winter 2006 sind wir natürlich alle, dank Nintendo, sehr viel schlauer und präsentieren euch auf folgenden Seiten eine Zusammenfassung des aktuellen Wiissenstands.



----2. Die Konsole ----



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Beginnen wir mit dem Namen: Wii. Was hat sich BigN nur dabei gedacht? Die arme Konsole war noch nicht einmal erschienen und wurde schon Opfer zahlreicher Verunglimpfungen. Wii geht’s dir? Wii soll das denn funktionieren? Wiiviel muss man trinken, um sich so einen Namen auszudenken?

Klar, wir waren alle sehr verstört in den ersten Minuten als die, seit Monaten bekannte, Revolution sich in einem Moment in Wii verwandelte. Die PR-Spezialisten preisen den Namen: „So ist das mit Wii. Es geht um das Wii-Gefühl. Gemeinsam verändern wir die Welt – und Wii!“. Doch lassen wir die Häme mal beiseite und versuchen die Beweggründe zu verstehen.

Ganz klar, Wii ist gewöhnungsbedürftig, aber es hat einen, wenn nicht den Vorteil. Es ist eine Wortneuschöpfung, die, wenn einmal bekannt und erfolgreich, schnell zum Synonym für Videospiele werden kann, wie Tempo für Taschentücher oder Nutella für Nuss-Nougat-Crème. Gerade bei den vielen Gaming-fernen Zielgruppen, die Nintendo im Auge hat, könnte dieses Phänomen schnell eintreten. Festzuhalten ist also, dass der Name zwar kritisierbar, jedoch völlig neu und unverbraucht ist.



----2.1 Die Steuerung ----



Wii-3.jpg


Die Revolution findet sich also nun nicht mehr im eigentlichen Namen. Dafür erscheint das Konzept der Konsole doch wirklich ziemlich neuartig. Der Wii wird nämlich nicht, wie seit jeher mit Gamepad, Joystick, Tastatur oder Maus gesteuert, sondern mit einer Fernbedienung inklusive Bewegungssensoren. Der Wii erkennt über eine, unter- oder oberhalb des Fernsehers angebrachte, so genannte Sensor-Bar die Bewegungen der Fernbedienung bzw. des Wiimote. Zudem hat er eine Zeiger-Funktion mit der man ähnlich, wie mit einer Lightgun, auf genau einen Punkt am Bildschirm zielen kann. Für manche Spiele kann man an das Wiimote noch einen so genannten Nunchuck-Controller anschließen. Dieser erweitert das Wiimote um einen Analogstick und zwei weitere Buttons. Die Energie bezieht dieses schnurlose Gebilde aus herkömmlichen AA-Batterien, wobei noch nicht viel über die Laufzeit bekannt ist.


Wii-2.jpg


Für alle, denen die Vorstellungskraft fehlt, hier ein paar bekannte Anwendungsbeispiele: Das Wiimote könnte z.B. gebraucht werden als Tennis-, Golf- oder Baseballschläger, Queue (Billard), Dirigentenstab, Schwert, Pistole, Lenkrad oder Angel.

Bei der Steuerung fällt sofort auf, dass das ganze Projekt mit ihr steht und fällt. Zahlreiche Previews aus dem Ausland zeigen aber, dass es funktioniert und viel Potential besitzt. Trotzdem hat der Wii noch weitere Besonderheiten, z.B. die Wii-Kanäle, WiiConnect24 und die Virtual Console, auf die wir noch genauer eingehen werden. Lasst uns zunächst einmal einen Blick auf die Hardware werfen.



----2.2 Die Hardware ----


Um das Innere des Wiis werden regelrechte Glaubenskriege geführt. Nostalgische Spieler fordern einen Ablass vom Wettrüsten der Konsolen und befürworten das Wiederaufleben von einfachem, aber zeitlosem Gameplay. Die „Popper“ unter den Gamern sehen es dagegen nicht ein, viel Geld für eine neue Konsole auszugeben, welche die neusten Shader nicht darstellen kann und womöglich langsamer ist als der eigene Computer unterm Schreibtisch.


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Nintendo hat oft erklärt, dass sie die Hardware des Wii ganz bewusst nicht stärker gewählt haben - es ist Teil des Konzepts. Jede Familie soll sich den Wii als Unterhaltungsmaschinchen leisten können und das ist mit mehreren Rechenkernen und großer Festplatte schlicht unmöglich, wie man an den Preisen der Konkurrenz deutlich sieht. Die fehlende Power will man mit der neuen Art zu spielen, also der Steuerung, kompensieren. Die Spiele, und das sieht man auch schon deutlich im Line-Up, werden schlichter und intuitiver. Microsoft hat dieses Konzept ziemlich schnell verstanden und platziert sich nun selber als die perfekte Ergänzung zum Wii. Wir alle kennen die „360 + Wii = PS3“-Rechnung.

Die Hardware ist also, wie lange vermutet, nicht sehr viel leistungsstärker als die des GameCube. Die Steigerung ist natürlich trotzdem vorhanden, bei bisherigen Generationswechseln waren jedoch Steigerungen von 100 – 200% durchaus normal. Für die Nerds, die lieber die Zahlen für sich sprechen lassen, hier die vermuteten Spezifikationen des Wii (nach Wikipedia):


  • Prozessor:
    IBM „Broadway“ – PowerPC-Architektur, gefertigt in einem 90nm SOI-Prozess.
    Ein Anfang Oktober von IBM veröffentlichtes Datenblatt deutet an, dass die CPU mit 900MHz getaktet sein wird.

  • Grafikchip:
    ATI „Hollywood“ – von Grund auf für Wii neuentwickelt. Der Chip basiert nicht auf dem Grafikchip „Flipper“ des GameCube oder ATIs Grafikchips für PCs.
    Ausgang: Multi-AV-Port mit analogem Fernsehanschluss für Composite, S-Video und Komponente

  • Audio:
    Hauptquelle: Stereo - Dolby Pro Logic II-fähig.
    Controller: integrierter Lautsprecher.

  • Speicher:
    RAM: Bisher nicht spezifiziert
    512 MB Flash Speicher (erweiterbar über SD-Card)

  • Laufwerk:
    Slot-In-Laufwerk für optische Medien mit Unterstützung für folgende Inhalte:
    Spiele für Wii (12 cm-Discs in einem proprietären Format)
    Spiele für GameCube (8 cm-Discs mit 1,5 GB in einem proprietären Format)

  • Controller:
    Drahtlose Verbindung zur Konsole im Funk-Netzwerkstandard Bluetooth.
    Maximaler Abstand zur Konsole: 5m
    Beschleunigungssensor Analog Devices ADXL330 - IC zur Beschleunigungsmessung in 3 Raumdimensionen, Messbereich min. -3g ... +3g, Empfindlichkeit +-300 mV/g, Genauigkeit +- 10%, kompakte Bauform (4 mm x 4mm x 1,75 mm)

  • Anschlüsse:
    4 Buchsen für GameCube-Controller
    2 Steckplätze für GameCube-Speicherkarten
    1 Steckplatz für SD-Karten
    2 USB 2.0-Anschlüsse
    1 Buchse für die Sensor-Bar (Referenzpunkt für den Wii-Controller)




  • Übersicht: Wii

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