Autor: Jörg Burkart
Geschichte
Sieht man sich zu allererst die Entwicklung der Verkaufszahlen von Nintendo´s Videospielhardware an, so vermag man zu erkennen, dass es nach dem GameCube auch langsam Zeit wurde, eine andere Richtung einzuschlagen. Konnte man am Anfang der Historie noch mit 60Mio. NES und 120Mio. GameBoy die Welt der Videospiele quasi im Alleingang beherrschen und auch mit 45Mio. SNES noch die Konkurrenz der stationären Konsolen ausstechen (zu dieser Zeit vor allem SEGA), begann der Thron ab der 32/64-Bit Ära schon merklich zu wackeln, konnte man doch "nur" noch ca. 34Mio N64 an die Spieler weltweit verkaufen, während die PlayStation alsbald die 100Mio.-Marke durchbrach.

Auch in der nächsten Generation im Kampf gegen Xbox und PlayStation 2 zog man im Endeffekt den kürzeren. Für Nintendo-Verhältnisse "lediglich" 21,6Mio. verkaufte Geräte (4,02Mio in Japan / 4,76Mio in Europa und Rest der Welt / 12,8Mio in den USA) sprachen eine eindeutige Sprache, auch wenn man im Handheld-Bereich mit 80Mio. verkauften GBA weiterhin die Führungsposition inne behielt.

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Dabei versuchte Nintendo mit dem GameCube schon einen anderen Weg zu beschreiten als die Konkurrenz aus dem Hause Sony und Microsoft. Kein Geschnörkel, keine überteuerten Bausteine, Videospiele pur eben. Zuerst unter dem Arbeitstitel Dolphin entwickelt (weshalb auch die Model-No. mit DOL- beginnt), präsentierte Nintendo den GameCube mit seinem außergwöhnlichen Design der Weltöffentlichkeit am 22. August 2000 auf der Spaceworld Trade Show. Die erste Nintendo-Konsole, die nicht mehr auf Module als Speichermedium setzte, konnte vor allem aufgrund ihres unschlagbar günstigen Preises der Konkurrenz das Fürchten lehren. Im Gegensatz zu anfänglich 300 Euro für eine PlayStation 2 und 480 Euro für eine Xbox, bot Nintendo den Würfel für super-günstige 200 Euro an.

Allerdings konnte die kostensparende Ausstattung, die keine DVD- und Musik-CD Fähigkeiten bot und auch nur begrenzte Onlinetauglichkeit lieferte, auch zum großen Minuspunkt werden. Der Start in allen Regionen wurde dennoch erfolgreich begangen, konnte man z.B. am Startwochenende in Deutschland ca. 50.000 Konsolen verkaufen (in England sogar 75.000). Nach 10 Tagen seit dem Europa-Release befanden sich bereits knapp 400.000 GameCube in den Spieler-Haushalten, die sich für die standardmäßig lilane oder die beliebtere schwarze Version entscheiden konnten.
Im Verlauf der Lebensspanne des GameCube gab es zahlreiche Bundle-Angebote, SpecialEditions und Preissenkungen, um im Kampf der großen Drei den Anschluss zu halten.

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Mitte 2002 war man noch so positiv gestimmt, dass man eine Prognose von 50Mio. verkauften Einheiten bis 2006 wagte, durchbrach man doch bereits nach 8 Wochen die Millionengrenze. Auch der Release von Super Mario Sunshine Ende 2002 beeinflusste die Absatzzahlen der Hardware positiv. Im November 2002 erschien der GameBoy Player, mit dem man die alten und neueren Handheld-Klassiker auf dem großen Bildschirm spielen konnte (GB, GB Color, GBA).

Bereits Ende 2002 kam die Diskussion um einen Nachfolger auf und das Jahr 2003 sollte zu einem sehr schweren für den symphatischen Würfel werden. Neben vielen gecancelten Games, die aufgrund der Verkaufszahlen von den Publishern lieber auf Xbox und PS2 veröffentlicht wurden, war Nintendo kurzzeitig gezwungen, die Produktion einzustellen, bis die Lagerware verkauft ist. Dies stellte sich allerdings als schwerer dar als erwartet, da einige Händler damit begannen, den GameCube aus ihrem Sortiment zu nehmen. Im März 2003 erschien mit Phantasy Star Online 1+2 das erste und neben PSO III und Homeland (fast) einzigste Spiel, welches das gerade erschienene Modem/BBA für Online-Matches nutzte (im Internet surfen konnte man damit allerdings nicht). Neben der Möglichkeit, über Internet mit mehreren Freunden auf GameCube zu zocken, war es auch möglich per BBA mehrere Konsolen miteinander zu vernetzen und so mit bis zu 8 Freunden zu zocken (vorausgesetzt man hat dann auch 8 Konsolen, 8 Spiele und 8 Fernseher am Start). Mario Kart Double Dash, Kirby´s Air Ride und 1080° Avalanche unterstützen den Linkmodus.

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Ende 2003 holte Nintendo zum großen Schlag aus, um die komplizierte Lage zu verbessern. So kamen mit Final Fantasy Chronicles und Tales of Symphonia zwei absolute Bestseller ins Programm und man senkte den Preis auf 99 Euro. Nun konnte man innerhalb kürzester Zeit die Absätze verzehnfachen und dadurch auch den Marktanteil verfünffachen. Im Februar 2004 kündigte Nintendo dann den Nachfolger für 2006 an und es begann sehr ruhig um den GameCube zu werden, weder großartig positive noch negative Ereignisse kamen auf´s Tablot. Zum ersten Mal musste Nintendo den ungeliebten letzten Platz im Konsolenkampf einnehmen, auch wenn man bei allem negativen immer noch sehen muss, dass knapp 22Mio. verkaufte Konsolen auch nicht wirklich schlecht sind. Am Ende seiner Zeit können die Spieler zudem auf ca. 650 Spiele zurückgreifen, zu den Highlights später mehr.

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