Autor: Dominic Beekmans

Sieht man sich die Liste an Rekorden an, die der Ur-GameBoy auf seinem Weg angesammelt hat, muss man Nintendos Entscheidung auf genügsame Technik mit einem schwarz-weißen Bildschirm (und somit niedrigen Stromverbrauch) zu setzen, Respekt zollen. Sage und schreibe über 118 Millionen verkaufte Handhelds kann der Konsolenhersteller aus Japan aufweisen - nebst vielen Auszeichnungen, worunter sich auch der deutsche Spielepreis für besondere Leistungen auf dem Spielzeugsektor wiederfindet.

Dabei sahen alle Marktkenner den GameBoy zunächst unter keinem guten Stern. Hatte die Konkurrenz doch viel mehr zu bieten. Doch von vorne: Die Entwicklung des GameBoys wurde Gunpei Yokoi und dem berühmten R&D1 (Research & Development) Team von Nintendo anvertraut. Zu den Erfindungen des Japaners zählen unter anderem die Game&Watch-Serie sowie das Steuerkreuz (D-Pad) in der Form, wie es heute immer noch häufig auf den Controllern / Pads einer Konsole zu finden ist.


Special-Game-Boy-History-10


Gunpei Yokoi verstand es geschickt, die Ansprüche an einen modernen Handheld mit der damaligen Technik zu verbinden. Und so wurde bereits 1987 der erste Prototyp des GameBoys produziert. Nintendo gab sich nach außen siegessicher und beflügelt vom unerwarteten Erfolg des NES ließ Nintendo Chef Hiroshi Yamauchi verkünden, dass man innerhalb der nächsten drei Jahre über 25 Millionen Einheiten zu verkaufen plane. Das waren optimistische Schätzungen. Dabei wandten Skeptiker (auch innerhalb der Firmenzentrale) ein, dass man angesichts der rückständigen Technik gegenüber der Konkurrenz von SEGA (Game Gear) und Atari (Lynx) ins Hintertreffen geraten werde.

Doch der schwarz-weiße Bildschirm mit seinen vier Graustufen sollte das Rennen für sich zu entscheiden. Technisch arbeitet in Nintendos GameBoy ein (lahmer) 8 Bit-Prozessor, der dem Nintendo Entertainment System recht ähnlich war. Die Handheld-Technik selbst wurde in ein Keksdosen ähnliches Gehäuse gezwängt, das in der Ur-Version lediglich in einem leichten Grau erhältlich war. Folgende Grafik zeigt den GameBoy im Vergleich zur damaligen Konkurrenz:


Tabelle_1



Das Button-Layout des grauen Handheld wurde dem NES-Controller nachempfunden. Auf der linken Oberseite des GameBoys ist das NES-typische Steuerkreuz in einem schlichten schwarz. In der Mitte unter dem D-Pad befinden sich die Knöpfe ’’Select ’’und ’’Start’’. Rechts davon wiederrum sind die farbigen A und B Buttons. Darunter befindet sich der krächzende Mono-Lautsprecher. Der 2.6’’ Bildschirm liegt unter einer dünnen Glasplatte, um Kratzer auf dem Display selbst zu vermeiden. Links davon gibt ein rotes Lichtlein zudem Auskunft über die Batterieleistung.

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