Slain: Back from Hell

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Wie schon oft angemerkt, füllen Indiegames mittlerweile problemlos Lücken im Spieleportfolio der großen Publisher. Konami entwickelt kein neues Castleroid, Nintendo kein Metroid? Kein Problem, spielen wir halt Axiom Verge. Neue JRPGs von Square Enix sind nicht klassisch genug? Dann wird Earthlock geladen. Zwar gibt es meist statt Highend 3D schöne 2D Pixeloptik, spielerisch stehen die „Kleinen“ den „Großen“ aber häufig in nichts nach.

Slain_Back_from_Hell_neXGam_2Mit „SLAIN-BACK FROM HELL“ ist seit einiger Zeit ein weiterer Titel erhältlich der, auf den ersten Blick, alle ausgehungerten Castlevania Fans in Verzückung versetzen dürfte.
 
Die Story ist dabei, wie so oft, schnell erzählt:
Dämonen bedrohen das Land und mangels Alternativen wird ein alter, allerdings längst schon toter Held erneut zum Leben erweckt um die bösen Buben zurück in die Hölle zu schicken. Zwar hat dieser im Grunde keine Lust, doch man lässt ihm keine andere Wahl. Da wir nun ohnehin wieder unter den Lebenden weilen, marschieren wir sogleich los und hacken auch direkt die ersten Gegner mit unserem Schwert in Stücke….nur um mit großer Wahrscheinlichkeit wenige Meter weiter selbst ins Gras zu beißen.
 
Denn, wie ebenfalls häufiger angemerkt wurde, orientieren sich viele Indie Entwickler nicht nur in Sachen Optik und Gameplay, sondern (leider) ebenso beim Schwierigkeitsgrad an den Games der 8 und 16 Bit Ära.
 
Slain_Back_from_Hell_neXGam_7So ist auch SLAIN schwer. Sackschwer. Schon wenige Treffer von Standardgegnern befördern euch in die ewigen Jagdgründe. Dickere Brocken gibt es nicht nur am Levelende, sondern häufiger mitten drin. Hier genügen nicht selten 2 Treffer und ihr segnet das Zeitliche. Nahezu jeder Gegner verträgt mehr als einen Schlag, zudem tauchen sie gerne im Rudel auf. Richtig kritisch wird es, wenn Feinde mit Nahkampfattacken durch welche mit Fernkampfattacken unterstützt werden. Energieverlust lässt sich dann fast nicht vermeiden. Doch nicht nur die feindlichen Figuren machen euch das Leben schwer. Instant Tode warten ebenfalls in Form von Stachelfallen, bodenlosen Abgründen, giftigem Gewässer oder Steinpressen auf euch. Nach dem ersten Tod hat man zwar für die Zukunft gelernt, pixelgenaue Sprünge sind dennoch von Nöten.
 
Die Kämpfe verlangen dabei grundsätzlich ein gewisses Maß an Taktik. Zwar lassen sich Standardgegner mit beherztem Knöpfchengehämmer relativ gut erledigen, die größeren Dämonen geben aber eher nach wenn sie Bekanntschaft mit eurem „magische Hieb“ machen. Ähnlich wie bei R-Type ladet ihr euren Schlag durch gedrückt halten der Schlagtaste auf. Mehr Power ist das Resultat. Allerdings ist das richtige Timing entscheidend. Lasst ihr die Taste zu früh los, endet es in einem normalen Schlag oder verpufft komplett. Wartet ihr zu lange ist das Ergebnis das gleiche. Zudem blocken die großen Gegner gerne. Es braucht also etwas Übung, bis man mit diesem Hieb diesen wirklich trifft. Richtig knifflig wird es, wenn mehrere Feinde auf euch zuhalten. 
 
Slain_Back_from_Hell_neXGam_9Davon abgesehen gibt es noch einen magischen Fernangriff. Der verbraucht aber Magie und die ist rar gesät. Des Weiteren kann dieser Angriff von größeren Brocken ebenfalls geblockt werden. Im späteren Verlauf des Games gibt es andere Schwerter für unseren Helden. Fortan habt ihr die Qual der Wahl. Drescht ihr mit dem Standardschwert auf die Gegner ein oder nehmt ihr lieber die Feuerklinge? Manche Gegner sind anfälliger für das eine oder andere Element und streichen dementsprechend schneller die Segel. Das solltet ihr also ebenso beim Spielen berücksichtigten. Zudem passt sich auch eure Magieattacke an. Klingt gut, doch hier ist es nahezu unmöglich, bei höherem Gegneraufkommen die passende Klinge zu zücken. Die Gegner sind schlicht zu dicht gepackt.
 
Könnte man angesichts der Optik meinen, es handele sich um ein waschechtes Castleroid, so wird man bereits nach wenigen Spielminuten eines Besseren belehrt. SLAIN ist strickt linear. Wir marschieren von links nach rechts oder umgekehrt, manchmal auch von unten nach oben. Erkunden der Levels oder upgraden der Spielerfigur gibt es nicht. Wenn überhaupt sollte man das Spiel eher mit dem Ur-Castlevania vergleichen, oder besser mit VÖLGARR the Viking. Zwar existiert später eine Portalwelt, hier kann man sich aber lediglich aussuchen, welchen Level man als Nächstes angeht. Zudem hat man nicht von Beginn an freie Auswahl. Die meisten Level werden erst durch das Durchspielen anderer Abschnitte freigeschaltet. Auch hier bleibt das Game linear.
 
Slain_Back_from_Hell_neXGam_8Etwas popelig kommt die Gegnerschar daher. Denn diese wiederholt sich schnell. So gibt es z.B. neben den zu Beginn auftauchenden weißen Skeletten im weiteren Verlauf noch welche in Rot, Lila oder (ganz schick) in Grün. Das Gleiche gilt ebenso für einige andere Gegner. 
 
Die Schicke Umgebungsgrafik wiederholt sich ebenfalls zu schnell und der anfangs erfrischende Heavy Metal Soundtrack entpuppt sich allzu flott als fade Endlosschleife mit wenigen Variationen.





Alexander meint:

Alexander
SLAIN: Back from Hell ist ein richtiges Nischenspiel. Retro Optik gepaart mit beinhartem Schwierigkeitsgrad dürfte nur eine kleine Gruppe von Spielern ansprechen. Auf den ersten Blick wirkt es wie der brutale Bruder von Castlevania, auf dem Zweiten aber auch ziemlich beliebig. Relativ wenig verschiedene Gegnertypen, sich wiederholender Spielablauf und Soundtrack sowie der von Beginn an hohe Schwierigkeitsgrad motivieren nicht unbedingt zum Weiterspielen. Für mich war es, wort wörtlich, ein Durchsterben (die Macher dachten sich wohl was dabei als einen Erfolg für 100-mal sterben einbauten). Da gab und gibt es einfach zu viele Spiele, bei denen das Gesamtpaket stimmiger ist.
 
SLAIN ist bei weitem nicht schlecht, doch man merkt ihm bei genauerem Hinsehen an, das hier nur ein Winzteam an der Arbeit war.

Positiv

  • Detaillierte und verspielte Pixeloptik
  • Zunächst erfrischender Soundtrack, sofern man auf Heavy Metal steht
  • Old school Gameplay

Negativ

  • Sehr hoher Schwierigkeitsgrad
  • Wenig Abwechslung
  • Schnell eintönig
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  • von Civilisation:

    Azazel ist in die Hölle und zurück gereist. Slain: Back from Hell Wie schon oft angemerkt, füllen Indiegames mittlerweile problemlos Lücken im Spieleportfolio der großen Publisher. Konami entwickelt kein neues Castleroid, Nintendo kein Metroid? Kein Problem, spielen wir halt...

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