Sacred und Sacred 2 boten komplexe Rollenspielaction in Tradition eines Diablo, verbunden mit einer riesigen, frei begehbaren Welt, Reittiere, einzelne Fraktionen, Kombosystem und Abertausenden von Items. Absolut nonlinear konnte der Spieler Ancaria erforschen, immer auf der Suche nach neuen, seltenen Ausrüstungs-gegenständen. Diese Zeiten sind mit Sacred 3 vorbei.
Genretypisch verteilen sich die Charaktere auf Nah-, Fernkämpfer und Magier. Jeder Charakter verfügt über bestimmte Charaktereigenschaften, die sich natürlich auf die Art der Spielweise auswirken. Im Gegensatz zu den Vorgängern könnt ihr nicht eure Skills zu Kampfketten verbinden. Das Levelsystem ist simpel. Steigt ihr eine Stufe auf, steigert ihr einen eurer vorhandenen Skills um eine Stufe. In den Dungeons könnt ihr nur auf zwei Skills zurückgreifen, die ihr vor jeder Mission auswählt. Neue Missionen schalten sich nach Levelaufstiegen frei und werden entgegen der Vorgänger auf einer Missionskarte ausgewählt und meist linear hintereinander absolviert. Sidequests gibt es so gut wie keine.
In den Dungeons geht es flott zur Sache und die Ausweichrolle kommt des Öfteren zum Einsatz. Keiner der Dungeons dauert länger als ca. 15 Minuten und am Ende wartet üblicherweise ein Bossgegner. Im Gegensatz zu den Genrestandards lassen normale Gegner keine Gegenstände fallen, die ihr zur Verbesserung eurer Figur nutzen könntet. Neue Items erhaltet ihr nur an vorgesehenen Punkten, wie z. B. nach einem Bosskampf. Das Einzige, was es in Sacred 3 zu sammeln gibt, ist Gold. Mittels barer Münze schaltet ihr bei Levelaufstieg neue Fähigkeiten frei. Das demotiviert und lässt auch ein wenig die Frage offen »warum knüppel ich hier eigentlich hunderte Gegner nieder?«. Neben Gold gibt es in den Leveln sonst nur die sogenannten »Waffengeister« zu finden. Diese beseelen die Waffe und geben ihr besondere Fähigkeiten oder Stat-Boosts. Dazu besitzt jeder Waffengeist eine eigene Persönlichkeit, die sich in ständigem Zotenreißen manifestiert.
Üblich für Dungeon-RPGs sind oft auch mehr oder weniger witzige Sprüche der Protagonisten. Das Prinzip wurde jedoch bei Sacred 3 völlig überreizt. Ständig reißen Helden und Feinde zum Fremdschämen peinliche Kommentare runter, die nach wenigen Minuten zu unverständlichem Kopfschütteln und beherztem Druck auf die »Mute«-Taste führen. Insbesondere der Kampfmagier-Geist mit seinen sexistischen Anmachsprüchen bei weiblichen Charakteren war schnell unter der Gürtellinie des Humors anzusiedeln.Immerhin weiß das grafische Design und die Interaktivität der Dungeons zu überzeugen. Überall brennt es, sprühen Funken oder geht etwas zu Bruch. Die Dungeons sind farbenfroh und abwechslungsreich gestaltet. Im Vergleich zum Vorgänger laufen die Konsolenfassungen rund und absolut flüssig. Auch das Charakterdesign der Protagonisten und Antagonisten weiß zu überzeugen; hier hat Keen Games einen guten Job gemacht.
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Sacred 3 hätte besser nicht unter dem Namen »Sacred« erscheinen sollen, dann wäre der Titel leichter unvoreingenommen zu reviewen. Fans der bisherigen Teile können vom dritten Teil nur enttäuscht werden, zu viele liebgewonnene Features sind auf der Strecke geblieben. Was blieb ist ein linearer Dungeonprügler mit nahezu kaum noch vorhandenen Gestaltungsfähigkeiten der eigenen Spielfigur und Spielweise. Wer auf flotte, lineare Prügelaction – insbesondere mit Freunden – steht, der kann sich Sacred 3 einmal ansehen. Aber auch da greift man wohl eher zum gerade erschienenen Diablo 3 samt Add-on.