Musha Aleste

Mega Drive

Zu 16 Bit Zeiten hatte man es als Rollenspiel-Liebhaber wie auch als Shmup-Enthusiast nicht leicht; erschienen viele Games erst mit deutlicher Verspätung in Europa. Viele Perlen blieben leider japanischen und amerikanischen Spielern vorbehalten. Eines davon ist Musha Aleste von Compile, die Ende der 80er/Anfang der 90er einige feine Shooter für diverse Systeme boten.

Musha_Aleste_neXGam_11Aleste ist auf verschiedenen Sega-Plattformen zuhause. Es gab aber ebenfalls einen Zwischenstopp auf dem Super Nintendo. Die Mega Drive Version, Musha Aleste gilt bei den meisten jedoch als der Höhepunkt der Reihe. Optisch, musikalisch und spielerisch gehört es zur absoluten Oberklasse auf dem Mega Drive. Und das, obwohl der Titel relativ früh in der Lebensspanne des Mega Drive erschien. Der exzellente Ruf des Spiels hat allerdings einen großen Nachteil: Für ein komplettes japanisches Exemplar zahlt man locker 150 Euro, für die US Version ist sogar das Doppelte fällig.
 
Zuerst fällt bei Musha Aleste die für die damalige Zeit grandiose Grafik auf; der Vertikalshooter scrollt fast immer ruckelfrei. Teils fliegt ihr in atemberaubendem Tempo in Eurem Mech durch abwechslungsreiche, grafisch aufwendige Levels, die man ehesten als eine Mischung aus japanischer Tradition mit Tempeln und altertümlichen Gebäuden und mecha-lastigem Science-Fiction Artdesign bezeichnen kann. Diese auf den ersten Blick gewagte Mixtur macht einen großen Reiz des Spiels aus; ist es doch in seiner Art einzigartig und setzt sich stark von anderen Shootern ab. Hervorragende Parallax-Effekte wie der herunterfallende Boden in Stage 3, die riesigen Endgegner und der exzellent inszenierte Anime-Vorspann runden den großartigen, ersten Eindruck ab.
 
Musha_Aleste_neXGam_16Nicht weniger beeindruckend fällt der Soundtrack aus. Neben fetzigen Soundeffekten feuert Euch während der Levels ein gnadenlos hämmernder und treibender Score an, der neben diversen Technosoft-Shootern wohl einer der besten Shmup-Soundtracks auf dem Mega Drive ist. Glücklicherweise gibt es einen Soundtest, um die coolen Tracks anzuhören.
 
Das Waffensystem hat zwei Seiten. Zunächst gibt es neben dem normalen Standardschuss die Möglichkeit, verschiedene zusätzliche Weapons aufzusammeln. So gibt es z.B. Clusterbombs, einen durchschlagskräftigen Laser und auch einen Schild. Durch mehrmaliges Sammeln der gleichen Waffe lässt sich diese aufleveln. Falls ihr im Eifer des Gefechtes getroffen werdet, verliert ihr erstmal kein Leben, sondern nur die zuletzt equippte Waffe. Nun steht euch nur noch Eure Basic-Waffe zur Verfügung, was das Spiel deutlich schwieriger, aber nicht unmöglich macht.
 
Musha_Aleste_neXGam_5Die andere Seite betrifft die Drohnen, die ihr aufsammeln könnt. Diese umkreisen Euer Schiff und sorgen für zusätzliche Feuerpower. Die Formation dieser lässt sich je nach Level und Feindaufkommen strategisch festlegen. So ist es z.B. möglich, konzentriert nach oben oder unten oder auch nach schräg oben oder unten zu feuern. Zudem bietet sich die Möglichkeit, sie in einer Schutzformation um Euch anzuordnen oder sie zielsuchend einzusetzen.
 
Die Mischung aus audiovisueller Pracht, tollem Leveldesign mit großen Bossen und das exzellente Waffensystem machen Musha Aleste zu einem der besten Shooter auf dem Mega Drive. Auf lange Sicht zeigt sich aber auch eine Schwäche: Wie bei Gynoug halten Standardgegner kaum etwas aus und sind schnell Geschichte, vor allem wenn man sie mit Standardschuss und Powerup zusammen angreift. Die Endgegner sind ebenfalls bei guter Bewaffnung im Vergleich zu Knüppeln wie Tatsujin oder Gaiares recht problemlos machbar. Zwar werden drei Schwierigkeitsgrade geboten, Profis könnten auf Dauer aber unterfordert sein. Einer der wenigen Punkte, die mir beim (empfehlenswerten) Super Aleste auf dem Super Nintendo besser gefallen hat.
 
 

Axel meint:

Axel

Für fortgeschrittene Spieler ist Musha Aleste allerdings eine exzellente Wahl, insbesondere da viele andere Mega Drive Shooter in Sachen Schwierigkeitsgrad knallhart sind. Für mich eines der besten Shmups der 16 Bit Zeit. Andere Teile der Aleste-Reihe bzw. das PC Engine Highlight Gunhed sind aber ebenfalls empfehlenswert.

Positiv

  • grandiose Grafik und fetziger Soundtrack
  • sehr gutes Waffensystem
  • tolles Design und grosse Endgegner

Negativ

  • trotz dreier Schwierigkeitsgrade gerade bei guter Bewaffnung etwas zu leicht
Userwertung
8.7 8 Stimmen
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Forum
  • von Shi.nobi:

    khaos schrieb: Schlägt Musha da in die gleiche Kerbe? Nicht dass ich das teure Teil doch mal kaufe und dann ganz enttäuscht bin. Musha ist deutlich besser als Super Aleste, bei Super Aleste hast du es mit einem langsamen Shooter zu tun, der...

  • von otakudre5:

    Schönes und nachvollziehbares Review. Hier scheint es sich in pro und kontra aufzuteilen. Ich sehe es anders als z.B. CD-i. Die Compile Sachen waren gut zugänglich, wenig frustintensiv (guter Verweis im Review auf Tatsujin...) und abwechslungsreich eben wegen der Waffensysteme. Elemental Master...

  • von khaos:

    Habe nur einmal Super Aleste per Emulator angezockt. Habe nur das erste Level gemacht und fands stinklangweilig. Da gab es kaum eine Herausforderung. Ruck zuck wechselt man von einer auf die andere Superwaffe, denen die Gegner meist nichts entgegensetzen können... Und wie CDi schon sagte; lang sind...

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