Autor: Tobias W.

Die 3DO Konsole selbst dürfte ja den meisten bereits geläufig sein. Creative Labs wollte auf den Lizenzzug aufspringen und (im Gegensatz zu anderen Herstellern) keine Konsole, sondern eine Steckkarte für den PC anbieten. Das Gerät kam 1994 auf den Markt und kostete schlappe 499$. Wir wagten uns in die Konfigurationshölle dieser skurriken Hardware

001_3DO_Blaster_komplettPrinzipiell war die Idee gut, wenn sich die 3DO Plattform durchgesetzt hätte. Selbst wenn man kein Konsolenzocker war, konnte man seinen PC aufrüsten und entsprechende Spiele genießen. Die Leistung war jedenfalls ordentlich und der Leistung damaliger Rechner überlegen.
 

Viele 3DO Blaster wurden auch nicht produziert und die Exemplare die z.B. in einem Jahr bei eBay auftauchen, kann man an einer Hand abzählen. Die Preise schwanken stark, von über 100€ (nur die Karte) bis über 500 Pfund (komplettes Gerät mit allem Zubehör in gutem Zustand incl. OVP) ist alles dabei.
 
Warum wurde der 3DO Blaster überhaupt produziert? Eine sehr teure Konsole als PC Steckkarte, immer noch sehr teuer, spricht nicht allzuviele Leute an. Bedenkt man, dass der 3DO sowieso nur schlecht angenommen wurde, man das entsprechende Kleingeld benötigte, einen PC zur Spielekonsole aufrüsten wollte (aber an der nur unwesentlich teureren vollständigen Spielekonsole kein Interesse hatte) und sämtliche obskuren Hard- und Softwarevoraussetzungen erfüllen musste, ist es überhaupt ein Wunder, dass die Karte auf den Markt kam.
 
Wäre die Marktakzeptanz und Publisherunterstützung groß genug gewesen, wäre es durchaus eine Alternative gewesen seinen alten 386er mittels 3DO Blaster zu einer kompetenten Spieleplattform aufzumöbeln - und das für einen Bruchteil des Preises von einem neuen Pentium System. Ich sage mal, bei besserer Softwareunterstützung wäre der 3DO Blaster noch bis Mitte/Ende '96 einem Heim-PC ebenbürtig gewesen. Anfang 1997 kamen dann die 3DFX Karten und spätestens mit dem Pentium II waren selbst PSX und Saturn ab Mitte 1997 abgehängt.
 
016_HardwareinstallationLeistung hat bekanntlich ihren Preis. Aufgrund des Konzepts konnte die Hardware nicht vom Hersteller subventioniert werden, da diese nicht durch Softwareverkäufe profitierten wie es bei traditionellen Konsolen der Fall ist.
 
Dem 3DO Blaster im Speziellen wurde die Plattform PC zum Verhängnis, da er eine sehr spezielle Konfiguration benötigte, die kurze Zeit später kaum noch in einem PC zu finden war. Wer sich 1995 einen neuen PC kaufte und einen 3DO Blaster wollte (oder ein existierendes Exemplar weiter einzusetzen plante), musste unter Umständen schon nach alter Hardware suchen, ein altes Windows bereithalten etc. um die Karte noch einsetzen zu können.
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